Gute Nachricht für Skifahrer bis 30: Wenn man den Prognosen der Jugendreiseveranstalter glauben darf, sind die Zeiten, in denen auch der letzte pistenverdächtige Hang entdeckt sein wird, nicht mehr fern. Die diesjährigen Winterprogramme wenden sich an Anfänger, Profis – und an Wintersportmuffel, die meinen, es müsse jedes Jahr der gleiche Ort sein, weil es nichts Schöneres (und Billigeres) gebe.

Die Jugendtouristikunternehmen haben den Vorhang später gelüftet als die "Großen", aber die Verzögerung hat sich gelohnt: Das Angebot an Ski- und Apres-Ski-Pisten ist breiter gefächert denn je. Längst hat man über den bewahrten "Kern" der Alpenländer hinausgegriffen, bezog die Westalpen bis ans Mittelmeer und auch die Pyrenäen ein, ergriff (preiswerte) Chancen in Osteuropa und tat sogar den Sprung über den Atlantik.

Spätestens seit den medaillenträchtigen Tagen von Squaw Valley wissen auch unsere Reiseveranstalter um die schneesicheren Hausberge der Amerikaner, die selbst jährlich zu Tausenden die europäischen Wintersportzentren bevölkern.

Eine Bretterln-Fahrt über den Teich wagt Sport-Scheck in München: Er bietet für die Zeit vom 8. bis 22. Januar eine USA-Reise an – inklusive Fahrt zum Empire-State-Building, eine Woche Skilauf in der ehemaligen Silberminenstadt Aspen in den Rocky Mountains, acht Tage "Tiroler Luft" in dem folkloristischen Geheimtip Vail (ebenfalls Rocky Mountains) und als Abschluß asiatisch essen in China Town, San Francisco. Eine runde Sache für runde 3000 Mark (genau sind es 2950 Mark).

Daneben hat sich das Münchener Unternehmen, das in diesem Winter auf 25 Jahre erfolgreiche Sporttouristik zurückblickt (Spezialgebiete: Langlaufschule, Skitouren und Hochgebirgsdurchquerungen, u. a. die "Haute Route" vom Col du Chardonnet bis Saas Fee) stark in den französischen Alpen engagiert – und mit ihm viele andere Veranstalter. Denn was Toni Sailer an PR-Arbeit für Kitzbühel tat, schafften Claude Killy und die Goitschel-Schwestern in Chamonix und Umgebung: Val d’Isère zum Beispiel, obgleich ein Skiort aus der Retorte, kann es – zumindest, was Zahl und Schwierigkeitsgrad der Pisten angeht – mit jedem der berühmten Schweizer Dörfer aufnehmen. Junge Leute mit schmalen Brieftaschen warten am besten auf eine billige Fahrgelegenheit nach Val d’Isère, wo sie dann 14 Tage bei voller Verpflegung für 550 Mark verbringen können ("Fahr mit").

Diese und noch preiswertere Ferienangebote für Jugendliche in Frankreich sind der intensivierten Zusammenarbeit mancher Reiseveranstalter mit der französischen Sportorganisation UCPA (Union Nationale des Centres Sportifs de Plein Air) in Paris zu danken, die für ihre Gäste einen vorbildlichen Service bereithält: Im Preis inbegriffen ist die Teilnahme an Skikursen (sieben Klassen), die Ausleihe von Skiern und Skischuhen, die freie Benutzung aller Lifte (!) und gemeinsame Abendveranstaltungen. Das Jugendferienwerk Saarbrücken bietet für Jugendliche neben Orten in der Haute Savoie vier neue Ziele in den Pyrenäen an: Kinderskiferien in Aulon für Acht- bis Zwölfjährige über Silvester (486 Mark ab Frankfurt).

Und noch ein Wort zu Frankreich, denn, wie es heißt, erhoffen sich immer mehr deutsche Urlauber auf französischen Pisten ein neues Fahrgefühl. Immerhin bildet Val d’Isère als höchstgelegener Skiplatz Europas mit dem benachbarten Lac de Tignes das größte zusammenhängende Skigebiet der Welt mit 200 km langen Abfahrten. Sicher werden schon die gesalzenen Preise (besonders beim Après-Ski) dafür sorgen, daß das Schneeglück nicht ganz ungetrübt bleibt, aber eine 17 km lange Liftkette kann unter Umständen doch zu finanziellen Abenteuern verleiten.