Das Votum der britischen Konservativen fiel eindeutig aus: Mit 2474 gegen 324 Stimmen entschied sich die Partei von Premierminister Heath auf dem Parteitag in Brighton für den EWG-Beitritt. Die Tories sind ihrer Sache so sicher, daß sie für die Unterhaus-Abstimmung am 28. Oktober keinen Fraktionszwang anordnen wollen. Etwa 30 konservative Abgeordnete, die als Gegner der Europa-Politik bekannt sind, könnten also gegen die Regierungsresolution zum Beitritt stimmen, die nicht, wie verschiedentlich vermutet, mit der Vertrauensfrage verknüpft worden ist.

Die Labour-Abgeordneten haben dagegen beschlossen, Fraktionszwang auszuüben und damit auch die etwa 60 Mitglieder zu binden, die sich für einen Beitritt ausgesprochen haben.

Nicht nur in der EWG-Frage demonstrierten die Tories Zuversicht. Schatzkanzler Barber und Arbeitsminister Carr behaupteten fest, die von der Labour-Regierung verschuldete Misere – 930 000 Arbeitslose und eine jährliche Inflationsrate von 10,5 Prozent – habe ihren Höhepunkt überschritten. Heath sekundierte in seiner Abschlußrede: "Wir stehen an der Schwelle einer Periode von Wachstum und Wohlstand, wie es sie seit 1945 nicht gegeben hat." Vorbedingung bleibe allerdings der Anschluß an Europa. Nach den amerikanischen Maßnahmen beginne in Handel und Finanzen ein rauher Wind zu wehen, vor dem nur die EWG Schutz biete.