Zwei Bonner Politiker "stolperten" in der vorigen Woche über Flugzeuge und Fluggesellschaften: Zunächst rügte der Bundesrechnungshof den CSU-Vorsitzenden Strauß, weil er als Verteidigungsminister mit dem Starfigter F 104 G ein "nicht beschaffungsreifes Waffensystem" bestellt habe. Verteidigungs- und Haushaltsausschuß des Bundestages seien über die technischen und finanziellen Risiken nicht ausreichend und teilweise unzutreffend unterrichtet worden.

Strauß wies die Anklage vehement zurück. Es stelle das ganze System des Rechnungshofes in Frage, "wenn schwerwiegende Vorwürfe von fachlich nicht geeigneten Prüfern" aufgestellt und in die Öffentlichkeit getragen würden.

Karl Wienand, parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, mußte nach anfänglichem Leugnen zugeben, daß er Kontakte zur Charterflugfirma Paninternational unterhalten hat. Die Firma war nach dem Absturz einer Maschine bei Hamburg in finanzielle Schwierigkeiten geraten und mußte schließlich ihren Betrieb einstellen. Die Illustrierte Stern veröffentlichte zwei Schreiben des Paninternational-Geschäftsführers Trommer, in denen Wienand unter anderem eine Beratertätigkeit für ein Jahreshonorar von 150 000 Mark "bestätigt" wird. Der SPD-Politiker hat eingeräumt, mehrere Schecks aus München erhalten zu haben, mit denen aber nur ein privates Darlehen zurückgezahlt worden sei.