Sie wollen mit dem Gesetz erreichen, daß nicht mehr so viele gesundheitsschädigende Stoffe in den Lebensmitteln enthalten sind wie bisher. Ist dies aber nun das wichtigste Ziel zum Schutze des Verbrauchers?

Rohwedder: Es ist das Hauptziel, daß der Verbraucher gesunde, nicht schädigende Lebensmittel kauft. Es gibt ja Beispiele dafür, daß etwa auf dem Gebiet der Fleischversorgung Probleme auf tauschen können: durch Methoden der Verkäufer, die gesundheitspolizeilich nicht unbedenklich sind. Aber es sind nicht nur die Lebensmittel in diesem Bereich der gesundheitspolitischen Maßnahmen, sondern etwa auch die Tabakerzeugnisse und Kosmetika.

Das alles bewegt sich aber außerhalb der Preise. Ist nicht gerade Preisaufklärung und die Möglichkeit zum Preisvergleich ein entscheidendes Ziel der Verbraucherpolitik?

Rohwedder: Das ist richtig. Wir haben mit Preisvergleichen ja im Gebiet der Ernährungspolitik, also gerade bei Lebensmitteln, angefangen. Es gibt ständige Preis Vergleichs-Veröffentlichungen aus dem Landwirtschaftsministerium. Wir prüfen im Moment, inwieweit die dort gemachten Erfahrungen auf allgemeine Preisvergleiche übertragen werden können. Ein ganz konkretes Beispiel dafür, wie man Preise transparenter machen kann, ist die Verpackungsordnung.

Wollen Sie die nichtöffentlichen Instanzen, die Preisvergleiche publizieren und Kaufempfehlungen erteilen, besser dotieren?

Rohwedder: Ja, man muß für die Verbraucherpolitik auch öffentliche Mittel zur Verfügung stellen. Wir haben das Bestreben, die Beträge aufzustocken.

Diese Beiträge waren bisher zu gering? Rohwedder: Es sind immerhin rund elf Millionen Mark...