Automobil-Verkäufer haben ein Privileg verloren, das sie vor fast allen Branchen besessen und zum Kummer der Autokäufer ausgeübt haben. Sie dürfen bestellte Karossen nicht mehr einfach zu dem am Liefertage geltenden Preis abrechnen. Vielmehr gilt jetzt, wie auch in anderen Branchen, der bei Kaufvertrags-Abschluß gültige Preis.

Allerdings hat das Bundeswirtschaftsministerium diese Änderung der Preisauszeichnungsverordnung eingeschränkt: Die Schonfrist für Autokäufer währt nur vier Monate. Fallen Kaufvertrag und Lieferung weiter auseinander, dann gehen die inzwischen eingetretenen Preiserhöhungen – wie gehabt – zu Lasten der Käufer.

Die neue Regelung hat den Verband der Deutschen Automobilindustrie in Rage gebracht, obwohl doch von dieser Art "stiller" Preiserhöhung vor allem clevere Händler profitiert haben, die sich mit genügend Autos zum alten Preis eingedeckt hatten. Die neue Verordnung zwinge dazu, künftig schon vor eingetretenen Kostensteigerungen die Preise heraufzusetzen.

Verbandsgegenspieler Karl Bauer, Preisreferent des Bundeswirtschaftsministeriums, kann diese Präventiv-Drohung nicht recht ernst nehmen. Denn: Würden Industrie und Handel Kosten kalkulieren, die noch gar nicht kalkulierbar seien, so würde dies in jedem Falle Reaktionen hervorrufen – bei Wettbewerbern und Käufern.

Die Abschaffung der Preisgleitklausel hat nach Bauers Ansicht noch einen anderen Vorteil: Man werde weniger leicht auf Tarifforderungen eingehen, wenn man sich nicht anschließend beim Verbraucher schadlos halten könne, pl