Hervorragend:

Im Fernshen: "The Big Sky" (USA 1952), von Howard Hawks (ARD am 2. November), ist wahrscheinlich die vollständigste Fassung, die sich noch von dem einst 140-Minuten-Opus wiederherstellen ließ. Von dem frauenverachtenden Zynismus späterer Hawks-Western (mit John Wayne) ist hier noch nichts zu spüren. "Siegerin" auf der ganzen Linie bleibt am Ende das Indianermädchen Teal Eye, das von einer ebenso abenteuerlichen wie abenteuernden französisch-englischen Gruppe von Pelzhändlern als Geisel missouriaufwärts geführt wird, ins Gebiet der Schwarzfußindianer. Der Film ist geprägt von einer weißen Indianerromantik, die vom "Little Big Man" noch nichts weiß (und wissen will). PWJ

"Der Malteser Falke" (USA 1941), von John Huston (Bayern III am 29. Oktober). "Die Unterdrückung der Frau ist vor allem an dem Verhalten der Frauen selber zu erkennen" (BRD 1969), von Hellmuth Costard (West III am 30. Oktober). "Der Schatz der Sierra Madre" (USA 1947), von John Huston (ZDF am 30. Oktober). "Camarades" (Frankreich 1970), von Martin Karmitz (Südwest III am 30. Oktober). "Der Sündenbock", "Der Musterschüler", "Das Bleichgesicht" (USA 1921 und 1927), von Buster Keaton, James W. Home und Eddie Cline (ZDF am 31. Oktober). "Blonde Venus" (USA 1932), von Josef von Sternberg (West III am 31. Oktober).

Sehenswert:

"Die Gnadenlosen", von Andrew V. McLaglen. Während der Depression erleben drei entlassene Gefangene ihre Odyssee. Einer von ihnen (James Stewart als alter, etwas spinnerter Einäugiger) hat nämlich in den vierzig Jahren seiner Haft 25 000 Dollar gespart, und nun soll ihm im Auftrag eines ruinierten Bankiers ein frömmelnder sadistischer Killer (George Kennedy, bemerkenswert ekelhaft) den Scheck wieder abjagen. McLaglen hat das in erstaunlich leise, unaufdringliche und sorgfältige Bilder gesetzt. Zwar sind alle Personen Karikaturen und die Tempi gebrechlich wie die Helden, aber gerade das macht den Film so liebenswert. BB

Im Fernsehen: "Barravento" (Brasilien 1961), von Glauber Rocha (Hessen III am 29. Oktober), ist nach Rocha ein "hybrider Film", weil sich in ihm allzu viele Einflüsse begegnen, Eisenstein, Rossellini, Antonioni. Die Geschichte von Firmino, der mit seinen neuen revolutionären Ideen am Traditionalismus, an Abhängigkeit und Mystizismus in seinem Fischerdorf scheitert, erinnert zudem an die Anfänge des Neorealismus mit "La terra trema" von Visconti. Beinah dokumentarisch-realistisch gemacht (dem widerspricht die Montage), reflektiert der Film das unterentwickelte Bewußtsein des Volkes und die Unfähigkeit der "Führer", mit den Massen zu kommunizieren. Genau das charakterisiert auch die Kommunikationsfähigkeit dieses Films.

PWJ