Spanien erlebt einen heißen Herbst. Nach einwöchigem Streik und totaler Aussperrung nahm zu Wochenbeginn etwa 3000 der fast 15 000 Mann starken Belegschaft der SEAT-Automobilwerke in Barcelona die Arbeit wieder auf. Die Unruhen waren ausgebrochen, als die wegen eines voraufgegangenen politischen Streiks entlassenen Arbeiter ihre Kollegen am Arbeitsplatz zur Solidarität aufforderten. Die Polizei versuchte, sie gewaltsam zu entfernen und machte dabei von der Schußwaffe Gebrauch. Fast 5000 SEAT-Mitglieder legten daraufhin die Arbeit nieder.

In Asturien legt seit Anfang Oktober ein Streik von 7000 Hauern die Kohlenbergwerke lahm. In Sevilla und Pamplona forderten Tausende von streikenden Arbeitern rasche Lohnerhöhungen, um den Folgen der wachsenden Inflation zu entgehen. Überall wurden nach dem harten Durchgreifen der Polizei alsbald auch Forderungen nach mehr politischen Rechten und Freiheiten laut.