• Nordirland

Das bisher blutigste Wochenende Nordirlands forderte sechs Menschenleben. In Belfast erschossen britische Soldaten zwei Frauen, die nach Angaben des Militärs aus einem fahrenden Auto auf Truppen gefeuert hatten. In Newry löste die Erschießung von drei angeblichen Bankräubern Unruhen aus. Vertreter der verbotenen Irischen Republikanischen Armee (IRA) drohten in der Republik Irland, sie würden jetzt von der "Verteidigung zur aktiven Vergeltung" übergehen. In Belfast wurde am Montag ein von der IRA "exekutierter Verräter" aufgefunden. Mit ihm stieg die Zahl der Todesopfer auf 135.

Der amerikanische Senator Edward Kennedy forderte in einer Resolution den Rückzug aller britischen Truppen aus Ulster. Die Erklärung Kennedys wurde mit mehr Spott als Empörung aufgenommen.

  • Pakistan

Indien hat die Einberufung seiner rund 600 000 Reservisten angeordnet. Nach mehreren bewaffneten Zwischenfällen und Artillerieduellen an der Grenze zu Ostpakistan, für die sich beide Seiten gegenseitig die Schuld zuschieben, ähnelt der Zustand einem "unerklärten Krieg" (so Pakistans Staatschef Yahya Khan). Die indische Ministerpräsidentin Indira Ghandi beschwor vor Antritt ihrer 19täeigen Auslandsreise noch einmal die Einheit der Nation angesichts einer drohenden Gefahr.

Trotz des "Kalten-Kriegs-Spiels", das Indien mit seiner offenen Unterstützung der Bangla-Desh-Freiheitskämpfer gefährlich weit ausdehnt, haben beide Seiten mehr Interesse an einer friedlichen Lösung. Allerdings lehnt Indien eine Vermittlung der UN – im Gegensatz zu Pakistan – ab. Politische Hilfe kann nach Delhis Meinung nur heißen, Druck auf Islamabad auszuüben, um die rund 9,15 Millionen Flüchtlinge nach Ostpakistan zurückzuschaffen.

  • Nahost