Mit 101 Salutschüssen – sonst Staatsoberhäuptern vorbehalten – wurde der sowjetische KP-Chef Leonid Breschnjew am Montag auf dem Flughafen Orly/Paris begrüßt Der offizielle Staatsbesuch, Breschnjews erste Reise in das westliche Ausland seit 1964, wird sechs Tage dauern. Vorgesehen sind dabei vier Treffen mit Staatspräsident Pompidou, eine Fahrt nach Marseille und eine Besichtigung der Renault-Werke.

Schon vor Breschnjews Reise hatte Moskau sein Interesse an einem Freundschaftspakt bekundet, um die Beziehungen auf eine "höhere Ebene" zu verlagern, wie sich der Parteichef in seiner Begrüßungsrede ausdrückte. Paris hatte diesen Vorschlag recht kühl aufgenommen und statt dessen einer Vertiefung der wirtschaftlichen, technischen und kulturellen Beziehungen das Wort geredet.

Für den Besuch waren umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden. 10 000 Polizisten wurden in Paris zusammengezogen. Das Innenministerium verbaute einige Rechtsradikale für die Dauer des Besuches auf die Insel Korsika.