Weihnachten naht und damit der alljährliche Massenversand gedruckter Festtagsgrüße. Längst haben sich kleine und große Firmen, Verbände und Organisationen aus dem – Angebot teurer Kunstkarten eingedeckt, schon werden den Sekretariaten der Bosse die alten Verteilerlisten aus der Schublade gezogen und eifrig Adressen getippt. Sobald sich der Chef endlich dazu durchgerungen hat, unter Tausende von Karten einen unleserlichen Schnörkel zu setzen (sofern er nicht ganz auf diese stupide Prozedur verzichtet), kann die Materialschlacht mit eingespielter Präzision beginnen.

Die Farbwerke Hoechst teilten dieser Tage ihren Geschäftsfreunden in einem gedruckten Brief mit, daß sie in diesem Jahr keine gedruckten Weihnachts- und Neujahrskarten mehr verschicken würden. Der ständig steigende "Austausch" von Drucksachen habe mehr und mehr den Charakter persönlicher Glückwünsche verloren.

Man kann den Schritt der Chemie-Manager nur begrüßen. Die Massenverteilung von Weihnachtskarten ist, darüber besteht kaum ein Zweifel, zu einer aufwendigen Pflichtübung entartet, die jeden Sinn verloren hat. Einzelne Firmen; die sich bereits in früheren Jahren zur Einstellung des MassenVersands entschlossen, verwenden das dabei eingesparte Geld für gemeinnützige Zwecke. Eine nachahmenswerte Idee! Eg.