Friedrich Engel: Ausbildungsinvestitionen in betriebswirtschaftlicher Sicht. Betriebswirtschaftliche Studien, Band 9. Erich Schmidt Verlag, Berlin. 174 Seiten, 24 DM

Daß Ausbildung im Betrieb unerläßlich ist, hat sich heute fast bis zum kleinsten Krämerladen herumgesprochen. Und daß es sich dabei um Investitionen handelt, wird auch kaum mehr bestritten – auch wenn das Resultat nicht als Vermögenswert auf der Aktivseite der Bilanz erscheint. Doch gerade der Umstand, daß die Ausbildung nicht zu "greifbaren" Ergebnissen führt, schafft erhebliche Probleme. Wie etwa soll ein Unternehmen die Erträge von Ausbildungsinvestitionen messen? Und wie lassen sich die Kosten exakt erfassen?

Die "wissenschaftliche Durchdringung von betrieblichen Ausbildungsvorgängen aus einzelwirtschaftlicher Sicht" (so das Ziel der Untersuchung in der Formulierung des Verfassers) führt wohl zwangsläufig zu einem Apparat von Modellen, der nicht leicht zugänglich ist. Doch die deutsche Fachliteratur hat diese Betrachtungsweise bisher vernachlässigt. Mit der Bildungsdiskussion ist zwar das Interesse an den gesamtwirtschaftlichen Wirkungen gewachsen. Die Betriebe bleiben aber meist auf Vermutungen und Schätzungen angewiesen.

Engel versucht, diese Lücke zu schließen, indem er Begriffe abgrenzt, Prämissen systematisiert und Zusammenhänge aufzeigt. Unterschiedliche Prämissen sind etwa die verschiedenen Ausbildungsmethoden, der Wechsel des Arbeitsplatzes, die Dauer der Betriebszugehörigkeit.

Da die Modelle bei Engel einen hohen Abstraktionsgrad aufweisen, können auch die Folgerungen nur genereller Art sein. Die Untersuchung von Engel ist deshalb kein praktisches Nachschlagewerk, sondern eine brauchbare Grundlage für konkretere, praxisnähere Forschungen zur Frage der Ausbildung im Betrieb. Die Schrift paßt daher (entgegen der Empfehlung des Verlages) weniger in die Handbücherei der Unternehmensleitung oder des Personalchefs als in die Hand des Wissenschaftlers.

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