Das Gesetz über den Vertrieb ausländischer Investmentfonds in der Bundesrepublik hatte bereits eine "wohltuende" Wirkung. Von den 152 Fonds, die sich um die Vertriebszulassung in der Bundesrepublik bemüht hatten, zogen inzwischen 72 ihren Zulassungsantrag zurück. Sie sahen ein, daß sie nicht in der Lage waren, die vom deutschen Gesetzgeber gestellten Mindestanforderungen zu erfüllen. Andere verzichteten, weil es für sie nicht lohnend erschien, den mit der Zulassung verbundenen Aufwand zu tragen. Das wäre nur dann der Fall, wenn Aussicht auf einen entsprechenden Absatz von Anteilen in der Bundesrepublik bestünde. Damit ist es in der Mehrzahl der Fälle schlecht bestellt. Der Drang zur Anlage in ausländischen Investmentfonds ist vorüber.

Acht Fonds ist der Vertrieb ausdrücklich untersagt worden. Dazu gehört auch der USIF Real Estate, ein Gramco-Kind, das inzwischen den deutschen Anlegern viel Kummer bereitet. Als besonders bedauerlich empfinden es viele Anleger, daß sich auch die einstmals so mächtige IOS kurzerhand entschlossen hat, die Zulassungsanträge für ihre Fonds zurückzuziehen. Das ist sicherlich nicht Ausdruck eines guten Gewissens.

An den schwierigen Komplex der US-Fonds, die der Kontrolle der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC unterliegen, hat sich das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen noch nicht herangemacht. Angesichts seiner begrenzten Möglichkeiten beschäftigte sich das Amt zunächst einmal mit jenen Fonds, die in ihren meist exotischen Heimatländern keinerlei Kontrolle unterliegen. Nach Ausräumung gewisser Schwierigkeiten dürfte aber der Zulassung von SEC-Fonds nichts mehr im Wege stehen.

Die Nichtzulassung ist für die Anleger deshalb wichtig, weil für "nichtzugelassene" Fonds ein besonderer Steuerrahmen eingeführt wurde. Das ist aber lediglich ein Problem, das für die Anlage in Auslandsfonds eine Rolle spielt. Ein anderes ist ebenso wichtig: Manche Fonds, in der Zeit der "Hochkonjunktur" gegründet, haben so gut wie keinen Neuabsatz mehr. Es werden seit längerer Zeit mehr Anteile zurückgegeben als verkauft. Damit ist ein ständiges Schrumpfen des Wertpapiervermögens verbunden. Jeder Experte weiß, daß dann keine Grundlage mehr für einen Anlageerfolg vorhanden ist. Dann hilft nur noch Liquidation der Anteile und Umsteigen in einen Fonds liegt.

Schlimmes ist – wie schon gemeldet – den Anlegern von Capital Growth passiert. Dieser Fonds ist in unserer Tabelle nicht enthalten, weil die dazu notwendigen statistischen Angaben nicht beschafft werden konnten. Die meisten Anleger dürften hier zwei Drittel ihres in diesem Fonds angelegten Vermögens verloren haben K. W.