Der Rententip

Ein interessantes Papier stellt derzeit die 6,5prozentige Wandelanleihe der Hoechster Farben dar. Dabei ist das Wandlungsrecht zunächst völlig uninteressant. In den beiden nächsten Jahren können 200 Mark Wandelanleihe (heutiger Kurs: 91 Mark je 100 Mark Nennwert) unter Zuzahlung von 25 Mark in eine Hoechster Aktie gewandelt werden, die gegenwärtig nur 131 Mark (50 Mark Nennwert) kostet. Reizvoll hingegen ist die hohe laufende Verzinsung, die sich auf brutto 7.1 Prozent stellt. Da die Zinsen von Wandelanleihen der 25prozentigen Kapitalertragssteuer unterliegen, verringert sich die Rendite zunächst auf 5,3 Prozent. Allerdings sind Kapitalertragsteuern auf die Einkommensteuer anrechenbar. Wer sich auf Antrag hin von der Kapitalertragssteuer hat freistellen lassen, kann die vollen 7,1 Prozent kassieren. Geht man davon aus, daß sich der Hoechster Aktienkurs eines Tages wieder bessert, so würde der Kurs der Wandelanleihe mit nach oben ziehen. Deshalb winken hier Kurschancen. Man "spekuliert" von einem relativ sicherem Niveau aus.

Verwaltung mit Verlustbeteiligung

Von der v. Fürstenberg Vermögensverwaltung GmbH, München, wird eine Depotverwaltung angeboten, bei der die Verwaltungsgesellschaft nicht nur am Gewinn beteiligt ist, sondern auch 15 Prozent des Verlustes trägt. Um den Kunden die vertraglich zugesagte Risikobeteiligung sicherzustellen, haben die Gesellschafter bei ihrer Hausbank (Bankhaus Schneider & Münzing) ein Sperrkonto eingerichtet. Es soll dem Kunden über das haftende Gesellschaftskapital hinaus zusätzliche Sicherheit bieten. Von diesem Sperrkonto dürfen nur Abbuchungen zur Auszahlung fälliger Risikobeteiligungen an die Kunden vorgenommen werden. Die "Verlustbeteiligung" soll risikovolle Spekulationen einschränken. Deshalb geht das v.-Fürstenberg-Konzept in Richtung auf eine solide und langfristige Wertpapierverwaltung. Individuelle Depots werden ab 250 000 Mark angenommen, außerdem werden Treuhand-Sammeldepots eingerichtet, an denen sich der Kunde ab 5000 Mark beteiligen kann.

Diagnostik-Klinik erhöht Kapital

Noch bevor die Deutsche Klinik für Diagnostik in Wiesbaden eine Dividende ausgeschüttet hat, werden die Aktionäre zu einer Kapitalerhöhung um 3 auf 9 Millionen Mark zum Kurs von 200 Prozent aufgefordert. Für das am 30. September 1971 zu Ende gegangene Geschäftsjahr soll die volle Kostendeckung erreicht worden sein, für 1971/72 wird voraussichtlich ein Ertrag erwirtschaftet werden. Der Börsenkurs liegt zur Zeit bei 217 Mark. An der Gesellschaft ist das Haus Siemens mit über 25 Prozent beteiligt. In Börsenkreisen wird die Ansicht vertreten, daß es zur Zeit reizvollere Anlagen als die Diagnostik-Klinik-Aktien gibt.