"Merkwürdigerweise steigert sich beides: Empfindlichkeitund Dickfelligkeit." – Heinrich Böll

Sehenswertes am Gängelband

Hannover hat seine Kultur an die Leine gelegt, oder besser an den roten Faden. Ortsfremde Besucher, die aus dem Hauptbahnhof treten und sich zur Orientierung an den roten Straßenstrich halten, der in die Innenstadt führt, merken bald, daß sie dabei sind, hannoversche Sehenswürdigkeiten abzumarschieren. Bei einem Tempo von vier Kilometern pro Stunde kann man in vier Stunden und drei Minuten wieder den Zug heimwärts erwischen. Inzwischen hat man Hannover abgeklappert: Opernhaus, Aegikirche, Rathaus, Kästnermuseum, Leineschlößchen, Flohmarkt am Wochenende und historisches Museum. Wer allerdings den Schwerpunkt vom forschen Fußmarsch auf die Sehenswürdigkeiten verlegen will, tut gut daran, "Das kleine rote Büchlein von Hannover", den Leitfaden zum Leitfaden, zu Rate zu ziehen, denn dann erfährt man unter Umständen auch, was man denn nun gesehen hat.

Die Sorge der Industrie

Die deutsche Industrie ist von "großer und ernster Sorge" erfüllt um die deutschen Universitäten. Der Bundesverband der Deutschen Industrie warnt in einer hochschulpolitischen Expertise vor der "Anwendung eines falsch verstandenen demokratischen Prinzips" und vor der "Polemik gegen den sogenannten Leistungszwang". Nachdem der progressive bildungspolitische Reformschwung bei allen Beteiligten mehr und mehr erlahmt, unterbreitet die Industrie Vorschläge darüber, was denn künftig "vordringlich" beachtet werden sollte: das Leistungsprinzip darf "keinesfalls" aufgegeben, auf Prüfungen "kann nicht verzichtet werden". Und: "Demokratische Organisationsformen lassen sich nicht schematisch auf die Hochschulen übertragen." Die Industrie will präziser als bisher darlegen, was sie von dem wissenschaftlichen Nachwuchs fordert, dies allein schon deshalb, weil sie mitverantwortlich ist dafür, "daß junge Menschen eine Ausbildung bekommen, die eine spätere Wertschöpfung in unserer Gesellschaft... sicherstellt".