Für die Münzprägung ist nicht die Zentralnotenbank, sondern die staatliche Münzanstalt verantwortlich. Und diese erklärt den Kleingeldmangel als technisches Problem. Einmal fehle die Legierung für die Münzprägung. Zudem seien Roms Münzpressen heillos veraltet, viele funktionierten gar nicht mehr. Bei voll genutzter Kapazität könnten die 25 Pressen 700 000 Geldstücke. am Tag prägen. Jetzt sind es nur 400 000 – und das ist nicht nur Kleingeld. Denn der Betrieb schlägt auch Gedenkmünzen und Medaillen. Die rentieren, während die Münzanstalt bei Fünflirestücken draufzahlt.

Aber nicht nur beim Kleingeld, sondern auch bei der Produktion von 500-Lire-Scheinen hat sich die staatliche Münze verkalkuliert. Diese Scheine, deren Druckkompetenz noch bei der Münze liegt (ab 1000 Lire hat die Zentralbank die Verantwortung), bestehen aus so schlechtem Papier, daß sie nach wenigen Jahren bereits aus dem Verkehr gezogen werden müssen.

Friedhelm Gröteke