Das "Schwarze" dieses Humors ist verwandt mit "schwarzer Magie", "schwarzer Messe", "schwarzem Licht", hat etwas mit Blasphemie, mit Zauber zu tun. Das stärkste Beispiel in der Anthologie ist Alfred Jarrys Schilderung des Passionswegs als eines Radrennens, das der Champion schließlich noch als Flieger fortgesetzt hat.

Ob es sich um den heute immer mehr gelesenen Charles Fourier handelt, zu dessen Wiederentdeckern in erster Linie Breton gehörte, oder um Alberto Savinio, den schreibenden Bruder des Giorgio de Chirico – die Anthologie bleibt nach dreißig Jahren noch reich an Entdeckungen, überraschend.

Der schwarze Humor ist nicht zu verwechseln mit dem "kranken Humor", der aus den Staaten kam, mit seinen "sick jokes" (Beispiel: "Mama, ich mag meinen kleinen Bruder nicht. – Schweig, iß, was man dir vorsetzt"). Doch ist der Humor kein "Witz", er ist eher eine Laune oder, wie er schon in der Encyclopedie des achtzehnten Jahrhunderts definiert wurde, "eine originale Geschichte in einer besonderen Tonart". Diese Tonart, in der erwartete Zusammenhänge zerstört werden und sich eben deshalb unerwartete Verbindungen einstellen, hat André Breton so genial erkannt, daß seine Anthologie ein folgenreicher Teil seiner "Botschaft", seiner Wirkung bleibt.