Die nunmehr 45 dem Bundesverband Deutscher Investment-Gesellschaften (BVI) angeschlossenen Wertpapierfonds (33 Aktien- und 12 Rentenfonds), die in unserer Tabelle aufgeführt sind, erzielten im Monat November einen Mittelzufluß, der um 129,2 Prozent höher lag als im Monat zuvor.

Diese enorme Steigerung reflektiert, weitgehend das Vertrauen, das die deutschen Wertpapiersparer trotz der im November noch unsicheren und nicht gerade ermutigenden Börsensituation den Investmentfonds entgegenbrachten. Mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von sechs Prozent erzielten die in unserer Tabelle aufgeführten Fonds einen ansehnlichen Erfolg.

Dieser Erfolg war dringend notwendig. Die letzten 10 Jahre brachten den Anteilinhabern keine berauschenden Ergebnisse. Ein nicht unerheblicher Grund dafür liegt allerdings in den Ausgangsdaten für die Berechnungszeiträume. So ist der Höchststand an den deutschen Wertpapierbörsen von Ende 1961 zum Teil immer noch nicht wieder erreicht. Wesentlich positiver sieht das Bild in unserer Tabelle in der Fünf-Jahresperiode bis 1970 aus. Aber selbst dieses Ergebnis ist nicht unbedingt aussagekräftig für die tatsächliche Leistung der Fonds. Verschieben wir den Berechnungszeitraum um ein Jahr und messen wir die Wertveränderungen bis Januar dieses Jahres, erhalten wir ein Durchschnittsplus von über 40 Prozent. Solche Betrachtungen sollten zumindestens bei Vergleichen mit den Wertveränderungen ausländischer Fonds herangezogen werden.

Das Argument vieler Anleger, die deutschen Investmentfonds könnten mit den ausländischen nicht konkurrieren, ist nicht gerechtfertigt, wie ein Vergleich der Wertveränderungen der drei erfolgreichsten deutschen und der drei erfolgreichsten US-Fonds zeigt. Zwischen 1965 und 1970 erzielte der Adiverba einen Wertzuwachs von 66 Prozent, der Interkapital von 58 Prozent und der Thesaurus von 26 Prozent. In der gleichen Periode erwirtschafteten die drei US-Renner folgende Ergebnisse: der Enterprise Fonds einen Wertzuwachs von 64, der Oppenheimer von 33 und der Colonial Equities von 17 Prozent.

Eine Verschiebung der Berechnungszeiträume um ein Jahr (Anfangsdatum Dezember 1966) begünstigt – wegen des Zwischentiefs an den deutschen Börsen – das Ergebnis der deutschen Fonds erheblich. Im Zeitraum Ende 1966 bis Ende 1971 erzielten der Adiverba plus 94,36, der Interkapital plus 76,81 und der Thesaurus Fonds plus 68,2 Prozent.

Angesichts der negativen Entwicklung an den deutschen Börsen im gleichen Zeitraum gewinnendiese Leistungen an Beachtung. Sollte der Optimismus gerechtfertigt sein, mit dem die deutschen Börsenfachleute die Chancen an den Effektenbörsen für 1972 beurteilen, dürfte 1972 ein-Rekordjahr für die Investmentfonds werden.

jfr.