Hervorragend:

„Die Milchstraße“, von Luis Buñuel. „Herzflimmern“, von Louis Malle.

Im Fernsehen: „Warnung vor einer heiligen Nutte“ (BRD 1971), von Rainer Werner Fassbinder (Nord III und Südwest III 22. Januar). Ein Filmteam lungert in einer Villa herum und wartet auf den Beginn der Dreharbeiten. Klatsch, Sex, Intrigen, Saufen, Neurosen, ein permanentes Wechselspiel von Ausbeutung und Abhängigkeit, Herrschaft und Unterwerfung. Fassbinder verarbeitet die Erfahrungen bei den Dreharbeiten zu „Whity“ in Spanien 1970: der Regisseur (Lou Castel) ist ein mutiges Selbstporträt, der Film eine suggestive, atmosphärische Studie und das Fazit eine bittere Absage an das „antitheater“-Kollektiv. WD

„Blondinen bevorzugt“ (USA 1953), von Howard Hawks (West III 23. Januar). Allgemeine Hollywood-Schwärmerei und Anbetung von Hawks, derzeit im Schlange, brauchen keine Argumente für Filme dieser Art. Doch hier ist mehr im Spiel. Mit brutalerem Charme als von Marilyn Monroe ist selten der Kapitalismus gepriesen und wörtlich genommen worden. Das Geld hat einen selbstverständlichen Anspruch auf das Schöne, und deshalb verkauft sich die Schönheit teuer; jeder Trick ist erlaubt – und bereitet Vergnügen. Im Aufstieg des tanzenden und singenden „Little Girl From Little Rock“ erfüllt sich ein amerikanisches Kinomärchen – aber nur weil das System erkannt und verraten wird. PWJ

„Goto – Insel der Liebe“ (Frankreich 1968), von Walerian Borowczyk (Hessen III 21. Januar). „Lenz“ (BRD 1970), von George Moorse (Hessin III 22. Januar). „Der Abgeordnete des Baltikums“ (UdSSR 1936/37), von A. Sarchi und I. Chejfiz (West III 22. Januar). W. C. Fields Retrospektive im NDR: „The Barber Shop“, von Arthur Ripley und „Mississippi“, von A. Edward Sutherland (USA 1933 und 1935), (Nord III 23. Januar).

Sehenswert:

„Andromeda“, von Robert Wise. Ein aus dem Kosmos eingeschleppter Mikro-Organismus droht die ganze Erde zu verseuchen und wird in einem unterirdischen Superlabor von einem Wissenschaftler-Team langsam eingekreist. Die handwerklich perfekte Verfilmung von Michael Crichtons gar nicht so utopischem Bestseller spielt gekonnt mit dem technischen Arsenal einer Science-fiction-Ausstattungsoper, mit Mikroskopen, Schalttafeln, Computern, Bildschirmen und Greifarmen. Ständig summt, tickert, surrt, klickt, rasselt und blinkt es, Spannung entsteht einzig aus den Analysen und Diagnosen. „Willard“ im „2001 “-Dekor. WD