DIE ZEIT

Skandal in der Luftsicherheit?

Ein Erfolg ist dem Bundestagsausschuß, der die Affäre Pan International untersucht, schon jetzt sicher: Jene Bestimmungen, die für die technische Zuverlässigkeit der Luftfahrtgesellschaften und die Flugsicherheit sorgen sollen, werden gründlich verbessert.

Was ist Deutschland?

Vor Jahren münzte die SED-Propaganda das frivole Wort: Deutschland, das sei nur noch der Name eines Hotels in Leipzig. Handelt das Bundeskanzleramt jetzt ähnlich frivol, wenn es verlangt, daß in internationalen Verträgen der Begriff deutsch durch die Bundesrepublik Deutschland ersetzt wird? Die Opposition unterstellt es.

Gute Reise nach Karlsruhe

Paragraphen-Deutung ist kein Ersatz für Politik – Widersprechen die Ostverträge dem Verfassungsziel?

Böller gegen Böll

Der Heinrich, vor dem es den Deutschen laut Willen der Springer-Zeitungen und des ZDF-Löwenthal-Magazins grausen soll, heißt Böll.

ZEITSPIEGEL

„Wenn das Tempo, mit dem die Perfektionisten drüben wie hüben zu Werke gehen, anhält, dann werden die Schüler von 1990 das Lexikon zu Rate ziehen müssen, um sich über den Begriff ‚deutsch‘ einen Begriff machen zu können.

Die Zehn brauchen Ziele

Ein ZEIT-Interview mit Hallsteins ehemaligem Kabinettschef, dem schleswigholsteinischen Wirtschaftsminister Karl-Heinz Narjes

Zur Koalition verurteilt

Gemächlich, fast feierlich zelebriert Italien die 31. Regierungskrise seit 1945.............................................

Die Malta-Makler

Um Maltas leere Staatskasse zu schonen, hatte die italienische Regierung sogar ein Sonderflugzeug geschickt, das den Regierungschef Dom Mintoff nach Rom an den Verhandlungstisch holte.

Solschenizyn - ein politischer Fall?

Am 21. Dezember 1971 wurde Alexander Twardowskij beerdigt. Der langjährige Chefredakteur der angesehenen literarischen Monatsschrift Novy Mir – wenige Monate vor seinem Tode noch von diesem Posten verdrängt – war Solschenizyns Freund und Verteidiger.

Wolf gang Ebert:: Ein starkes Stück

Schön, daß die Kluft zwischen Regierung und Opposition doch nicht so tief eingerissen ist, wie es manchmal scheint. Jedenfalls widerlegt die jüngste Äußerung von Conrad Ahlers diesen Anschein.

Vom Sackbahnhof zum Drehkreuz

Für die Flughäfen in West-Berlin bricht eine neue Zeit an: Berlin wird zum internationalen Luftkreuz. Im Februar werden die drei Luftfahrtattachés der Westmächte entscheiden, ob die österreichische Luftgesellschaft AUA in West-Berlin landen und starten darf.

Aus der Jugendriege

Wenn der 28jährige Sparkassenabteilungsdirektor Herbert Schmalstieg am Mittwoch nächster Woche mit den Simmen der SPD-Mehrheitsfraktion in Hannover zum jüngsten Oberbürgermeister der Bundesrepublik gewählt wird, zeichnet sich ein entscheidender Erfolg der „Neuen zeichnet unter den niedersächsischen Sozialdemokraten ab: Sie boxten ihren Favoriten – einen engagierten Jungsozialisten – gegen einen altgedienten Gewerkschaftsfunktionär durch, zudem schufen sie die Voraussetzungen dafür, daß einer der Ihren den Vorsitz im 12 000 Mitglieder starben SPD-Ortsverein Hannover übernehmen kann.

Pferde-Paß

Also sprach der Herr Minister und gab seinen behördlichen Segen: „Es sei denn“ – und es ward. Was Hessens tierliebender Ressortchef für Naturschutz und Umwelt mit einem symbolischen Federstrich besiegelte, wird von einem großen Teil der Wiesbadener Reiterschaft mit süß-saurer Miene quittiert.

Wer sich bilden will...

Ein Metzger findet im Umgang mit dem Schlachtbeil keine berufliche Erfüllung mehr und möchte seinen Schlächterkittel mit einer Rechtsanwaltsrobe vertauschen.

Schwächt Bildung den Kampfwert?

Balke zeichnet die Schwierigkeiten und Unzulänglichkeiten nach, die in der politischen Erziehung in der Bundeswehr vorhanden sind.

Militärgeschichte von vorgestern

Heer und Sozialismus sind die Mächte, deren Gegensatz seit der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts bestimmend hinter allem politischen Geschehen stand.

„Hakenkreuz am Stahlhelm“

Als „verbrecherischen Wahnsinn“, der sich nicht wiederholen dürfe, bezeichnete General von Seeckt in einer Ansprache vor Offizieren den Kapp-Lüttwitz-Putsch von 1920.

Neu auf den Straßen:: Vier Japaner

Seit zehn Monaten werden in Deutschland Personenwagen des größten japanischen AutomobiIkonzerns, Toyota, verkauft. Die Generalvertretung (Deutsche Toyota, Köln 41, Stoiberger Straße 110) konnte in diesem Zeitraum 1400 Autos absetzen.

DAF 55 Marathon: Fahrmaschine aus Holland

Als die niederländischen Brüder van Doorne sich vor einem Dutzend Jahren mit ihrem Kleinauto in den heißumkämpften europäischen Markt stürzten, nahm niemand sie so recht ernst.

Militärregierung in Ghana

Oberst Ignatius Acheampong, seit dem Militärputsch am Donnerstag voriger Woche Herr über Ghana, versprach eine Rückkehr zu ziviler Regierung, „sobald die Umstände dies erlauben“.

Malta nimmt sein Ultimatum zurück

Die Verhandlungen zwischen Malta und Großbritannien gehen weiter. In allerletzter Minute einigten sich am Wochenende in Rom der maltesische Premier Dom Mintoff und der britische Verteidigungsminister Lord Carrington auf neue Gespräche über den Flottenstützpunkt auf der Mittelmeer-Insel.

Chile: Sieg der Opposition

Bei der mit Spannung erwarteten Nachwahlen in Chile sind am Sonntag die Kandidaten der Volksfront-Regierung unterlegen. In den Provinzen O’Higgins und Colchagua (unmittelbar südlich der Hauptstadt Santiago) wurde der christlich-demokratische Landwirtschaftsexperte Rafael Moreno mit 52,7 Prozent zum neuen Senator gewählt.

Ostverträge im Bundesrat

In Bonn begann in der vergangenen Woche die parlamentarische Beratung der Ostverträge mit einer Sitzung des Rechtsausschusses im Bundesrat.

Krisenherde der Woche

Saigon bereitet sich – trotz offizieller Dementis – auf eine neue Offensive der Vietcong vor. Nach verlustreichen Rückzügen der Regierungstruppen in Laos und Kambodscha steht ihren Gegnern das Aufmarschgebiet für einen neuen Einfall in das zentralvietnamesische Hochland und das Grenzgebiet vor Saigon praktisch offen.

Dokumente der ZEIT

„In unserer Zeit spitzt sich die Auseinandersetzung zwischen Sozialismus und Imperialismus gerade auf ideologischem Gebiet deutlich zu, und es wäre verwerflich, irgendwem nachzugeben, der da meint, man könne sich in diesem Kampf passiv verhalten.

Schlappe für Südafrika

Was den Vereinten Nationen, der Organisation für afrikanische Einheit und Kritikern des Apartheid-Regimes in Südafrika nicht gelang, schafften auf gewaltlose Art rund 13 000 Ovambos: Sie fügten Pretoria eine empfindliche Niederlage zu.

Europäische Gemeinschaft: Beitritt der Vier

Der Weg der vier Beitrittskandidaten in die Europäische Gemeinschaft ist frei. Nachdem am letzten Wochenende in Verhandlungen mit der norwegischen Regierung die letzten Schwierigkeiten ausgeräumt wurden, ist nunmehr gewährleistet, daß Großbritannien, Irland, Dänemark und Norwegen am Samstag im Brüsseler Palais Egmont die Beitrittsverträge unterzeichnen können.

Rechtskunst

Wenn der mit allen Wassern der lithographischen Kunst gewaschene Paul Wunderlich zum Stift greift, kömmt allemal eine elegante Linie heraus, auch wenn der Stift eine Schreibmaschine ist.

Ich bin ein Russe

Also, ein Russe ist er nicht, das weiß man, auch wenn in seinem ersten deutschen Paß von 1953 zum erstenmal sein russischer Name Ivan Rebroff amtlich bescheinigt worden war.

Wozu das Theater?

Vom Theater wird heute größere Genauigkeit gefordert. Es wird ihm vorgeworfen, daß es bürgerlich oder feudalistisch sei. Kein sehr genauer Vorwurf, einem Historiker sträuben sich bei so bedenkenloser Verwendung der beiden Begriffe die Haare.

Sein oder Nichtsein

Hörspielautoren und Hörspiel – Eine Entgegnung auf Günter Herburgers Polemik

FILMTIPS

Im Fernsehen: „Warnung vor einer heiligen Nutte“ (BRD 1971), von Rainer Werner Fassbinder (Nord III und Südwest III 22. Januar).

Kunstkalender

Erst waren ein paar progressive Galeristen wie Ricke und Neuendorf bei ihrer Suche nach Novitäten auf der amerikanischen Landkarte bis zur West Coast vorgedrungen.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Seit jeher galt George Szell neben Erich Kleiber und Clemens Krauss als einer der kompetentesten Strauss-Dirigenten. Nun sind seine schon halbwegs legendären Interpretationen von „Till Eulenspiegel“ und „Don Juan“ bei uns als Import erhältlich.

Mausoleum für Wörter

Alles, was lebt, wird früher oder später krepieren. Lebendige Sprachen sind sterbliche Sprachen, und es ist abzuwarten, wann das Deutsche, das Englische, das Französische so tot sein werden wie die Sprache Homers, die silberne und die goldene Latinität und Altindiens Sanskrit.

Eine ganze Menge Quatsch

Der gewaltige kommerzielle Aufschwung der Rock-Musik seit 1967 produzierte in den USA eine florierende Rock-Presse. Weil die Plattenfirmen mit Anzeigen nicht geizten, etablierten sich dort in kürzester Zeit einige unbekannte junge Autoren, um die Begeisterung und Antipathie für und gegen bestimmte Sänger, Gruppen, Stile und Trends beredt zu rationalisieren und manchmal sogar mit akademischer Beflissenheit zu artikulieren.

KRITIK IN KÜRZE

„Das Recht, ein anderer zu werden“, von Dorothee Sölle. Mit ihrem Konzept einer „Theologie ohne Gott“ erregte die streitbare Kölner Theologin nicht nur Anstoß bei den Kirchenvätern, sondern auch ein gewisses Aufsehen in der Öffentlichkeit.

Ein isländischer Peer Gynt

Drei Grundzüge der isländischen Geschichte kehren in den Romanen von Halldór Laxness immer wieder: der Schauplatz – „sturmgepeitschte Klippen und Gletschergrate – keinen gewaltigeren Anblick gibt es als Island aus dem Meer emporsteigend“ – und auf dieser Insel ein kleines Volk, vom ausgehenden vierzehnten bis zum beginnenden zwanzigsten Jahrhundert unter dänischer Oberhoheit, aber mit großen Erinnerungen an die Anfänge seiner Geschichte und seinen Beitrag zur Weltliteratur, die Edda-, Skalden- und Saga-Dichtung.

Ein ganz alltäglicher Fall

Mit angeborenem Augenmaß nennt Peter Härtling sein neues Buch schlicht eine „Geschichte“....................................

Das „Nederlands Dans Theater“ auf Deutschland-Tournee: Umgekehrte Identitäten

Vor ein paar Jahren kamen einem die Ballette des Holländers Hans van Manen immer ein bißchen steril vor. Man sah, wie da jemand sich in scheinbar sehr ballettinternen Problemen verbiß: die Beziehung von Musik zum Tanz im Cage-Ballett „Solo for Voice 1“, oder ob und wie sich klassischer und Ausdrucks-Tanz vertragen in „Dualis“.

Fernsehen: Versuch einer Penetration

Einen Preis für die Ansagerin, Frau Tietze-Ludwig einen dreifachen Tusch! Die Manier, mit der sie den Titel des Fernsehspiels Geheimagenten akzentuierte, verriet exakteste Übung: Ein winziges Lächeln, ein in den Mundwinkeln angedeutetes Pst! Achtung! Feind hört mit!, eine kaum spürbare Pause in der Mitte des Worts, die bewirkte, daß die einander stimmungshaltig ergänzenden Bestandteile des Titelbegriffs pfeilschnell zwei Ausrufungszeichen erhielten: Geheim! Agenten! .

Turrini-Uraufführung in München: Schweinchen Schlau

Gewidmet hat er das Stück seinem „allzulieben Heimatlande“ – und im Vorwort verspricht Peter Turrini, der sich selbst einen „Heimatdichter“ nennt, Erbauliches-: „Natürlich haben wir Österreicher die Gewalt nicht erfunden, wir führen sie nur etwas unterhaltender aus.

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