Bonn, im Januar

Ein Erfolg ist dem Bundestagsausschuß, der die Affäre Pan International untersucht, schon jetzt sicher: Jene Bestimmungen, die für die technische Zuverlässigkeit der Luftfahrtgesellschaften und die Flugsicherheit sorgen sollen, werden gründlich verbessert. Was die Zeugen aus dem Luftfahrtbundesamt darüber vor dem Ausschuß berichteten, kann einem die Haare zu Berge stehen lassen. Personelle Unterbesetzung der Überwachungsinstanzen, unklare und aufgesplitterte Zuständigkeiten und unzureichende Sanktionsmöglichkeiten summieren sich zu einem erheblichen Sicherheitsrisiko.

Am Beispiel von Pan International ist dies vollends klargeworden. Hinter dem Expansionsdrang und kommerziellen Ehrgeiz der Charterfluggesellschaft blieben die technischen Sicherheitsvorkehrungen zurück. Warum der Gesellschaft nicht beizeiten Bremsklötze auf die Startbahn gestellt worden sind, ist das nächste Thema des Untersuchungsausschusses. Er wird zu klären haben, welche Protektion sie in den höheren Rängen des Luftfahrtamtes und des in letzter Instanz zuständigen Bundesverkehrsministeriums möglicherweise genoß. Und in diesem Zusammenhang ist es unumgänglich, der Tätigkeit des Bundestagsabgeordneten Wienand auf den Grund zu gehen, von dem behauptet worden ist, daß er seine Hand über Pan International gehalten habe.

Die bisherigen Zeugenaussagen haben ihn zwar nicht der Patronage überführt, aber sie haben ihn auch nicht salviert. Im Augenblick hat es eher den Anschein, als habe er sich weniger für die Flugsicherheit im allgemeinen als für die Geschicke von Pan International im besonderen interessiert.

Eine präzise Antwort darauf liegt im Interesse Wienands; der Ausschuß sollte den Abgeordneten alsbald vorladen. Je länger der Verdacht unausgeräumt bleibt, Wienand habe sich vielleicht dazu hergegeben, Mallorca- oder Sahara-Reisende fliegenden Kisten anzuvertrauen, desto größeren Schaden hat das gesamte Parlament. c. c. k.