ARD, Samstag, 5. Februar: "Plonk!!!" eine Blödelei von Dieter Hildebrandt nach einer Idee von Georg Marischka

Eine Blödelei muß nicht blöde sein. Bei dem jedoch, was Dieter Hildebrandt mit seinen Lach- und Schießkumpanen am Samstagabend über die Bühne blödelte oder leider nicht blödelte, war man sich nicht mehr ganz sicher. Irgendwie geriet alles nach Kabarett, was eigentlich hätte schön blöd sein sollen – und Kabarett wiederum, das war es ja nicht.

Dabei war die Idee so hübsch: Zwei Ex-Sträflinge, mit den Namen Mehlhorn (Hans Jürgen Diedrich) und Wünsche (Dieter Hildebrandt) nicht übel charakterisiert, versuchen ihrer Resozialisierung mit eigenen Mitteln auf die Sprünge zu helfen. Eigene Mittel, das sind die wirklich hinreißend albernen Erfindungen des Mehlhorn, wie etwa der Bettdecken-Egalisator oder die Selbstmörderfängeranlage am Fernsehturm.

Nun pfuscht diesem eifrigen Tun dummerweise die Sozialfürsorgerin (Ursula Noack) mit ihrer Meinung nach passenden Arbeitsaufträgen für ihre Zöglinge dazwischen. Für diese Jobs, das ist klar, sind die beiden noch ungeeigneter als fürs Erfinden.

Das klingt vielleicht schön blöd. Aber wer schon glaubt der Noack, mit der ihr ins Gesicht gemeißelten ironischen Intelligenz (die ihr im Kabarett steht), daß sie sich von zwei Zöglingen an den Rand ihrer Nerven bringen läßt? Wer glaubt dem goldumränderten Intelligenzlerblick von Dieter Hildebrandt den Dussel? Da hakt es eben. Bis auf Diedrich, der sich mit der richtigen Mischung aus Dummheit und Pfiffigkeit verkaufte, waren sie hält alle zu ironisch, zu klug und leider doch nicht klug genug, um nur noch blöd zu sein. Da half auch das eingeblendete heftige Publikumsgelächter nichts.

Ursula Buss