Neu in Museen und Galerien:

Düsseldorf Bis zum 4. April, Kunstmuseum: „Romantik und Biedermeier – Handzeichnungen und Aquarelle“

Das Museum präsentiert eine sehr gute Auswahl von etwa 100 Blättern aus seinem Kupferstichkabinett, in dem der italienische Barock und das deutsche 19. Jahrhundert am besten vertreten sind. Und obgleich die Düsseldorfer Sammlung durchaus nicht unter lokalem Aspekt angelegt wurde (bis auf Runge umfaßt sie alle bekannten und auch einige weniger bekannte Namen wie Rohden, Ruhl und Erhard), obgleich Düsseldorf und das Rheinland nur eine Randzone der deutschen Romantik darstellen, wird Düsseldorf schließlich auf seltsamen Umwegen von der Romantik erreicht. Man könnte sagen, die Düsseldorfer Schule sei eigentlich in Rom, bei den Nazarenern, den Lukasbrüdern entstanden. Peter Cornelius, der erste Direktor der Düsseldorfer Kunstakademie, kommt ebenso wie sein Nachfolger Schadow aus dem Kreis der römischen Nazarener, die ihrerseits als Protest gegen „das sklavische Studium auf der Akademie“ (Overbeck) und auf den Spuren Franz Sternbalds, des literarischen Prototyps des romantischen Malers, nach Rom gezogen waren. Schadow hat die Düsseldorfer Akademie romantisch organisiert, das Prinzip der Meisterateliers entspricht dem nazarenischen Ideal des gemeinsamen Arbeitens. Er selber ist zwischendurch wieder in Rom gewesen, er hat seine Schüler nach Rom geschickt, wo sie nicht die Antike, sondern Overbeck und die Deutschrömer studierten. Vom Biedermeier ist in der Ausstellung so gut wie nichts zu sehen. Um so mehr von den direkten und indirekten Beziehungen zwischen Rom und Düsseldorf, die schließlich in der heroischen Landschaft, in der Allegorie, in der Historienmalerei der Düsseldorfer Schule kulminieren.

Hannover Bis zum 31. März, Galerie Brusberg: „Ernst Marorw“

Realismus beherrscht die Szene, okkupiert Galerien, wo Altenbourg, Wunderlich, Jan Voss Hausrecht haben. Neben vier spanischen Realisten, die in Darmstadt, Frankfurt und anderswo erfolgreich ausgestellt wurden (Hernandez, Lopez, Isabel Quintanilla, Torres), zeigt Dieter Brusberg seine Hannoveraner Neuentdeckung Ernst Marow. Der Titel „Realismus aus dem Küchengarten“ soll die Sache dem Publikum einprägsam und schmackhaft machen. Monumentalisiertes Gemüse, Porree und Sellerie in Supergröße, ein grüner Bohnenwald, eine Petersilienlandschaft. Freuden eines Schrebergärtners, warum nicht, der Realismus muß ja nicht immer nur die Großstadt thematisieren. Aber Marows Gemüse ist weder Fleisch noch Fisch, sozusagen, weder ganz realistisch noch ganz phantastisch. Die Bilder haben von allem ein bißchen und von keinem genug, etwas naive Sonntagsmalerei und etwas Peinture, sie werben für gesunde Pflanzenkost, aber sie schließen nicht aus, daß der Maler (Marow hat in Hannover und an der Berliner Hochschule studiert und ist Kunsterzieher) seine Gemüse-Idyllen ironisch verstanden wissen will. Und man kann dem Gemüsemaler nicht einmal vorwerfen, daß er die Realismuskonjunktur ausnutzen wolle. Marow pflegt dieses Genre bereits seit sieben Jahren, es ist ihm zu gönnen, daß er endlich die Früchte seines Gartens erntet. Die Ausstellung ist ausverkauft: Die Kleingärtner haben ihre Stunde. Gottfried Sello

Wichtige Ausstellungen:

Berlin Bis zum 30. März, Bauhaus-Archiv: „Laszlo Moholy-Nagy“