Von Thomas von Randow

Es steht schlecht um die Zukunft unserer Spezies, sehr schlecht. Wenn wir fortfahren, uns in dem Maße zu vermehren wie bisher, wenn Industrialisierung, Umweltverschmutzung, Nahrungsmittelmangel und Ausbeutung der Rohstoffquellen weiterhin so zunehmen, wie es gegenwärtig geschieht, dann wird schon vor Ablauf der nächsten hundert Jahre eine absolute Wachstumsgrenze erreicht sein.

Bald darauf werden Hunger und Krankheit plötzlich eine rasche und unaufhaltsame Dezimierung der Menschheit verursachen.

Nicht minder rapide wird die industrielle Kapazität kollabieren.

Selbst wenn es uns gelänge, der Bevölkerungsexplosion augenblicklich Einhalt zu gebieten, könnten wir den Zusammenbruch unserer Zivilisation nicht mehr verhindern; es sei denn, die Menschheit fände sich alsbald in internationaler Einigkeit dazu bereit, freiwillig auf industrielles Wachstum zu verzichten, außerdem die Industrieproduktion gleichmäßig unter alle Völker des Planeten zu verteilen und eine Menge Bequemlichkeiten aufzugeben, die nur mit einer Belastung der Umwelt zu erkaufen sind.

Dieses globale Equilibrium, für das hochindustrialisierte Staaten erhebliche Opfer zu bringen hätten, müßte spätestens im Jahre 1990 erreicht sein, also schon in achtzehn Jahren.

Für viele Experten, welche die Resourcen unserer Zivilisation, die materiellen wie die geistigen, realistisch einzuschätzen wissen, klingt solche Prognose nicht sonderlich überraschend. Zum erstenmal allerdings erreichen uns diese Kassandrarufe aus einer Forschungsstätte von hoher Weltgeltung – als Resultat einer anderthalbjährigen mathematischen Systemanalyse, der umfangreichsten, die je ausgeführt worden ist: