Von Helga Hensen

Als Start für eine Rundfahrt zu kleinen Klöstern in Dörfern oder in der Einsamkeit, zu wilden Schluchten, weiten Feldern, bewaldeten oder auch kahlen Bergrücken mit Städten, in denen moderne Bauten neben Minaretts und Türkenhäusern zu finden sind, bietet sich Skopje, die Hauptstadt Mazedoniens, an. Es ist – auch in der Vorsaison – nicht leicht, trotz dreier Autovermietungsunternehmen in Skopje ein Auto zu mieten. Selbst das Belgrader Reisebüro Putnik konnte kurzfristig keinen Wagen zur Verfügung stellen. Es empfiehlt sich daher eine langfristige Planung. Aber nach zwei Tagen bekamen wir schließlich einen VW, freilich ohne Scheibenwischer und Seitenspiegel.

Unsere Rundreise führte uns in neun Tagen zu elf Klöstern, einigen Kirchen, Moscheen und Städten. Die Gesamtstrecke betrug ungefähr 1600 Kilometer; so war die kulturgeschichtlich interessante Reise keineswegs zu anstrengend.

1. Tag: Ziel war Staro Nagoričane, etwa 40 Kilometer nordwestlich von Skopje. Bis Kumanova fuhr es sich sehr gut auf der Autobahn; dann ging es weiter auf einer Schotterstraße, Makadam genannt. Die freundliche, kleine Kirche von Staro Nagoričane aus dem Jahre 1314 mit fünf Kuppeln, Ziegelsteinmuster und eingelegter Keramik an den Fensterbögen und am oberen Fries liegt, wie die meisten dieser ländlichen Klosteranlagen, mitten im Grünen. Im Innern sind nur noch Fresken erhalten, unter anderem die Bilder der Stifter, König Milutins und seiner Frau Simonida. Dieser kriegerische, brutale und ehrgeizige König baute für jedes Jahr seiner Regierungszeit eine Kirche, insgesamt zwölf.

Um von hier nach Gračanica zu kommen, empfiehlt sich der Umweg über Skopje. Von dort geht es wieder nördlich durch ein sehr schönes Tal und das sagenumwobene Amselfeld in Richtung Priština. Kurz vor dieser Stadt liegt Gracanica, ein Kleinod der mazedonischen Schule. Man sollte diese Kirche auf keinen Fall auslassen. Das zierliche Bauwerk strahlt eine besondere Harmonie aus. Im Innern ist es sehr dunkel. Einige der großflächigen Fresken sind selbst bei Tageslicht kaum zu erkennen.

2. Tag: An diesem Tag lagen zwei Klöster der

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