Mit großer Mehrheit wählte der Parteitag des SPD-Unterbezirks München am Wochenende den früheren Vorsitzenden der Jungsozialisten in Bayern, Rudolf Schöfberger, zum neuen Vorsitzenden. Der 36jährige, ein Repräsentant des linken Flügels der Münchner SPD, übernahm damit die Nachfolge von Oberbürgermeister Vogel, der nicht mehr kandidierte. Vogel hatte bis zuletzt versucht, die Wahl Schöfbergers zu verhindern, und gewarnt, die Forcierung einer linksgerichteten Politik werde die SPD viele Stimmen kosten. Der Appell nützte nichts: Auch die Stellvertreter Schöfbergers kommen vom linken Flügel.

Mit diesem überraschend hohen und unangefochtenen Erfolg ließen es dann die Linken genug sein: Der Parteitag verzichtete auf eine weitere Änderung der Kandidatenliste für die Stadtratswahlen und beließen die Anhänger Vodie gefährlichste Klippe umschifft: Einge führende Münchner SPD-Politiker, darunter der Bundestagsabgeordnete Müller, hatten gedroht, sie würden die Partei verlassen, wenn die Liste mit Hilfe der neuen linken Mehrheit geändert werde.