An der Fassade des Hamburger Pressehauses, von der in Leuchtlettern die Namen der Zeitschriften des Verlages Gruner und Jahr (G + J) prangen, wird wohl bald eine Lücke geschlossen werden. Da, wo vor mehr als einem Jahr der Titelschriftzug der eingestellten Jugendlektüre „twen“ abmontiert wurde, kann nunmehr der Name des jüngsten Kindes aus dem Hause G + J („Stern“, „Brigitte“, „Capital“, „Jasmin“, „Schöner Wohnen“, „Gong“, „Eltern“) herableuchten: „Essen und Trinken.“

Das neue Blatt soll drei Mark kosten und wird Anfang Oktober zum erstenmal erscheinen. Geplante Versaufsauflage der Monatszeitschrift: 200 000 Exemplare. „Essen und Trinken“ will sich vor allem an jüngere Leserinnen ans besser gestellten Einkommenskreisen wenden, die erfahrungsgemäß anspruchsvolleren Gaumenfreuden besonders zugetan sind.

Das neue Objekt, das außer an Kiosken auch in Lebensmittelläden verkauft wird, soll mehr sein als nur eine Rezeptsammlung. Standardthemen sind neben „Schlemmen und trotzdem schlank bleiben“, „Richtige Ernährung für Kinder“ und „Gedeckte Tische“ auch „Die Party des Monats“ und „Restaurant-Reportagen“.

Bei der Vorbereitung ihrer neuen Zeitschrift gingen die Objektplaner aus dem Hause Gruner + Jahr „mit äußerster Akribie“ vor – so John Jahr senior bei der feierlichen Präsentation. Wie ein Markenartikel wurde das Blatt mehrere Monate in Braunschweig und Nürnberg probeweise an die Verkaufsfront geschickt.

Bei seiner Planung konnte sich der Hamburger Großverlag auf die ersten Erfahrungen mit einem ähnlichen Objekt stützen: Zusammen mit Bertelsmann und dem französischen Partner Hachette brachte er im vergangenen September die lexikonähnliche Zeitschrift „Menü“ heraus. Das Sammelwerk (im Fachjargon: „Partwork“) erscheint in über hundert wöchentlichen Folgen als „das größte Kochbuch der Welt“,

Seiner Verlagsphilosophie entsprechend, neue Blätter als „zielgruppenorientierte Spezialzeitschriften“ zu konzipieren, will G + J schon in Kürze ein neues Objekt auf den Markt bringen: „Schule,“ Es soll Eltern helfen, die Probleme ihrer schulpflichtigen Kinder zu lösen. eg