Warum wurde Betriebsrat Bischof! gekündigt?

Köln

Hermann Julius Bischoff ... reorganisierte ... im Teamwork mit anderen Kollegen unser Taschenbuchlager und erreichte ... einen rationellen und optimalen Arbeitsablauf ... Hermann Julius Bischoff... bewies organisatorisches Talent ... setzte sich mit der ganzen Kraft seiner Persönlichkeit ein ... Schonungsloser Einsatz seiner körperlichen und geistigen Kräfte, starkes Engagement für die Belange seiner Mitarbeiter Fleiß, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Korrektheit und Hilfsbereitschaft erwarben ihm allgemeine Anerkennung.“

Dies bescheinigte die Firma „Erich Wengenroth – Barsortiment Kommissionsgeschäft – Köln“ dem Angestellten Bischoff am 4. Oktober 1971 in einem Zwischenzeugnis. Und: „Herr Bischoff befindet sich in ungekündigter Stellung.“

Vier Wochen später befand sich „Herr Bischoff“ nicht mehr in „ungekündigter Stellung“. Er wurde „ohne Angabe von Gründen“ (Bischoff) fristlos entlassen und durfte „ab sofort“ das Gelände der Firma nicht mehr betreten. Das starke Engagement für die Belange seiner Mitarbeiter“, das im Zwischenzeugnis noch lobend erwähnt wurde, war der Firmenleitung offensichtlich zu stark geworden.

Vieles umkrempeln

Bischoff (35) spricht von „vollkommen irrationalem Verhalten“. Anneliese Wengenroth (38), Chefin und Frau des Komplementärs Erich Wengenroth (70), spricht überhaupt nicht – weder vor der Presse noch vor dem Kölner Amtsgericht. Eine Handvoll Prokuristen und ihre Rechtsanwälte tun das für sie.