Von Josef Heptner

Josef Heptner (39), Jurist, ist Leiter der Akademikervermittlung bei der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung in Frankfurt/Main.

In einer Zeit, in der selbst Vorstandssessel wackeln, sind die Leitenden Angestellten wieder in der Diskussion. Dabei ist die Frage nach den beruflichen Möglichkeiten der „älteren Führungskräfte“ besonders aktuell. Die Antworten gehen weit auseinander. Sie reichen von „Erfahrung ist wieder gefragt“ bis zu „ältere Führungskräfte gehören zum alten Eisen“.

Aber weder das eine noch das andere ist richtig. Die Wahrheit liegt auch nicht – wie so oft – in der Mitte. Die Frage nach der Karriere älterer Führungskräfte läßt sich in dieser pauschalen Form nicht beantworten.

Hinter dem Sammelbegriff „ältere Führungskraft“ verbergen sich nämlich Einzelschicksale von Menschen, die mit den Anforderungen der industriellen Leistungsgesellschaft nicht zurechtgekommen sind, die trotz erheblicher Investitionen in ihre Aus- und Fortbildung den Aufstieg zu einer Spitzenposition nicht geschafft haben. Viele von Ihnen sind auf dem Weg nach oben abgestürzt. Und an Möglichkeiten, den Halt zu verlieren, fehlt es nicht.

Eines der Hauptrisiken ist das des Spezialisten. Es beginnt sehr früh. Je branchenbezogener und problemorientierter seine Ausbildung ist, um so größer ist sein Risiko, bei wirtschaftlichen Veränderungen aus dem Markt gedrängt zu werden.

Wirtschaftliche Verschiebungen auf Grund technologischer Entwicklungen, gesellschaftlicher Veränderungen sowie politischer Entscheidungen sind für den einzelnen – wenn überhaupt – nur sehr begrenzt vorhersehbar. Dennoch trägt er ihr Risiko, wie die arbeitslosen Raumfahrtspezialisten in den USA und die überzähligen „Bildungsspezialisten“ in Skandinavien zeigen.