Der Kampf der Zwerge gegen die weltweite Dollar-Inflation wird vom 24. April an um eine neue Variante bereichert: Den Abwehrmaßnahmen der Nicht-Dollar-Staaten gegen die amerikanische Währung folgt der erste gemeinsame Schritt der Mitgliedsstaaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft.

Nach den Washingtoner Beschlüssen vom 18. Dezember vergangenen Jahres wurden die Bandbreiten der Zehnerklub-Währungen gegenüber dem Dollar auf 4,5 Prozent erweitert. Diese Spanne soll nun für die Währungen der EWG-Staaten im Verkehr untereinander halbiert, gegenüber dem Dollar aber aufrechterhalten werden. Notenbank-Interventionen sollen verhindern, daß die Bandbreiten „nach innen“ um mehr als 2,25 Prozent schwanken. Dazu bedarf es vorerst freilich keiner großen Anstrengungen, denn keine der europäischen Währungen schwankt derzeit, gegenüber einer anderen um 2,25 Prozent. Doch: Europa ist vom Dollar-Virus infiziert.

Schuld daran sind die 60 Milliarden Eurodollar, die in die Wirtschaftsgemeinschaft drängen. Der originär deutsche Beitrag, die zinsgünstigen Eurodollar-Kredite abzuwehren, gilt als untauglich: Die Bardepotpflicit für deutsche Nichtbanken, die sich in ausländischer Valuta verschulden. Der ausgeschiedene Sparkassenpräsident Ludwig Poullain findet sie „nicht sehr eindrucksvoll“, obwohl mittlerweile 285 Millionen Mark bei der Bundesbank stillgelegt wurden.

Seit dem Inkrafttreten der Bardepotverordnung am 1. März, nach der deutsche Kreditnehmer 40 Prozent ihrer Auslandskredite zinslos bei der Bundesbank deponieren müssen, scheint sich die Auslandsverschuldung nur geringfügig gemindert zu haben. Die 40-Prozent-Marge gilt als zu niedrig. Zudem gibt es, nach Poullain, zu viele Schlupflöcher. Sein Schluß: Eine Devisenbannwirtschaft nach § 23 des Außenwirtschaftsgesetzes, Alptraum der Liberalen wie des Ministers Karl Schiller, „kommt bestimmt“. pl