Seit 24 Jahren vertritt Karl Hauff die Belegschaft von Daimler-Benz

Von Karin Zeller

Der Schlosser Karl Hauff ist 64 Jahre alt. Er ist Gesamtbetriebsratsvorsitzender, Betriebsratsvorsitzender, Gewerkschaftsmitglied, Sozialdemokrat und Mitglied des Landtags in Baden-Württemberg.

Gesamtbetriebsratsvorsitzender ist er seit einem Jahr von 40 Niederlassungen und acht Werken der Firma Daimler-Benz (Untertürkheim, Sindelfingen, Mannheim, Gaggenau, Düsseldorf, Berlin-Marienfeld, Wörth, Bad Homburg) mit insgesamt 106 000 Beschäftigten. Betriebsratsvorsitzender ist er seit 24 Jahren im Werk Untertürkheim mit 17 000 Lohnempfängern. Der Sozialdemokratischen Partei gehört er seit 42 Jahren an, dem Landtag in Stuttgart seit 22 Jahren.

Karl Hauff wird in einem Jahr pensioniert. Sein Nachfolger ist noch nicht bestimmt. Er hat sich keinen Kronprinzen gezogen. Immer noch ist er es, der alle Fäden in eigener Hand hält und unangefochten Regie führt. Von Kommunisten hält er nichts, von Ultralinken schon gar nichts. Er ist kein Kämpfer, sondern ein Mann der Mitte und des Kompromisses.

„Er ist derjenige, der sich als Sachverwalter der Arbeiter fühlt, der aber überhaupt keinen Wert darauf legt, die Leute zu mobilisieren“, heißt es unter den Arbeitern, wenn die Rede auf ihn kommt. „Wenn aber mal Unruhe unter den Arbeitern hochkommt, geht ihm der Arsch so!“ Oder: „Hauff ist ein Taktiker nach allen Seiten, der es immer versteht, allen klarzumachen, wie wertvoll er für alle ist!“ Oder: „Kein aufregender Mann, keine aufregenden Betriebsversammlungen, deshalb sind sie auch schlecht besucht!“

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