Bei Unilever NV/Unilever Ltd., Rotterdam/London, hat es 1971 eine deutliche Gewinnsteigerung gegeben. Daraus resultiert eine höhere Gesamtdividende von 6,2 Gulden (0,77 hfl) je Stammaktie im Nennwert von 20 Gulden. Die Konzernleitung hat den in 1970 eingetretenen Rückgang der Erträge als Alarmzeichen verstanden und energisch Rationalisierungsmaßnahmen eingeleitet. Ihr Erfolg: Der Betriebsgewinn nahm um rund 20 Prozent auf 1,7 Milliarden hfl zu. Der den Inhabern der Stammaktien zustehende Gewinn verbesserte sich in Relation zum Umsatz von 2,4 auf 2,9 Prozent. Das entspricht der Umsatzrendite der Jahre 1965 und 1966. Vom Höhepunkt ist Unilever jedoch noch um einiges entfernt. Er lag 1968 und 1969 bei jeweils 3,3 Prozent.

Bei der Besserung des Betriebsgewinnes ist zu berücksichtigen, daß er bei einem kaum veränderten Mengengeschäft durchgesetzt werden konnte, denn die Umsatzausweitung um sechs Prozent geht weitgehend auf Preiserhöhungen zurück. Unilever hat also nicht mehr Umsatz „um jeden Preis“ gemacht, sondern hat sich auf Rentabilität besonnen. Dieser Gesichtspunkt scheint auch bei dem für 1971 beschlossenen Investitionsprogramm eine Rolle zu spielen. Es wurde von 943 auf 702 Millionen hfl gekürzt. 1969 waren für Investitionen noch für mehr als eine Milliarde hfl vorgesehen.

Erheblich höhere Gewinne sind im Waschmittelgeschäft erzielt worden, wo dem Konkurrenzkampf „ein Teil seines übertriebenen Charakters“ genommen worden ist, heißt es im Geschäftsbericht, Hier war 1969 ein kräftiger Einbruch erfolgt. Die Zukunft wird offenbar wieder optimistisch beurteilt, denn die Investitionen für Waschmittel und Körperpflegemittel sind gegenüber dem Vorjahr aufgestockt worden.

Die Bilanz für 1971 flößt Vertrauen ein. Der Anstieg des Kurses in diesem Jahr von 115 auf 139 Mark je 20-Gulden-Aktie erscheint gerechtfertigt. Bei Fortschreiten der Hausse deutscher Aktien dürfte es ratsam werden, auch die Unilever-Aktie wieder mehr in die Anlageüberlegungen einzubeziehen. K. W.