• Türkei

Nach 13 Monaten Amtszeit ist der türkische Ministerpräsident Nihat Erim am Montag zurückgetreten und hat die Geschäfte bis zur Regierungsneubildung, die laut Verfassung innerhalb von 14 Tagen erfolgen muß, Verteidigungsminister Ferit Melen übergeben. Erims Entscheidung fiel bereits in der vorigen Woche, weil ihm das Parlament weitgehende Vollmachten für Reformvorhaben und zur Unterdrückung der Terrorbewegung verweigerte. Sie wurde aber bis zur Abreise des sowjetischen Staatspräsidenten Podgorny geheimgehalten.

Podgorny gelang es nicht, Ankara für einen Freundschafts- und Nichtangriffspakt zu gewinnen. Beide Staaten bestätigten ihren Willen zum friedlichen Nebeneinander, bekräftigten aber ihre bestehenden Bündnisverpflichtungen.

Zu den strittig gebliebenen Punkten zählte auch das Zypern-Problem. Podgorny ließ keinen Zweifel, daß Moskau weiterhin Erzbischof Makarios unterstützen und den Abzug aller Truppen betreiben werde. Damit gewann der Erzbischof innerhalb einer Woche sowohl amerikanische wie sowjetische Rückendeckung gegen türkische Interventionsabsichten und griechische Einmischungsversuche, Er überspielte in einem erstaunlichen Schritt sogar die innerzypriotische Opposition: Zum Unbehagen der Enosis-Anhänger, die für einen Anschluß Zyperns an Griechenland eintreten, traf er sich mit seinem schärfsten Rivalen, General Grivas. Grivas’ Motive sind unbekannt; in Athen heißt es, der General, ein überzeugter Royalist, sei mit der Absetzung des griechischen Regenten Zoitakis nicht einverstanden gewesen,

  • Pakistan

Indien und Pakistan werden schon in der kommenden Woche vorbereitende Gespräche für Friedensverhandlungen aufnehmen. Der pakistanische Präsident Bhutto hatte schon in der vorigen Woche seine grundsätzliche Bereitschaft dazu erklärt; mit dem Beginn der eigentlichen Verhandlungen wird für Mai gerechnet.

In Islamabad kam es am vergangenen Freitag zu heftigen Debatten bei der ersten Tagung der vor 16 Monaten gewählten Nationalversammlung. Bhutto konnte die Opposition beruhigen, die sich über Angriffe auf ihre Vertreter beklagte; er erlangte am Samstag ein einmütiges Vertrauensvotum, nachdem er versprochen hatte, das Kriegsrecht am Freitag aufzuheben, falls eine Übergangsverfassung angenommen werde.