Gerry Schum, erster deutscher Videogalerist (Düsseldorf), hat in diesem Jahr Gelegenheit, seine Videoprojekte einem breiteren Publikum vorzuführen: Während der Biennale in Venedig wird Schum ein internationales Programm von Baldessari und Beuys bis zu Sonnier und Weiner vorstellen. Außerdem wird ein Workshop eingerichtet, der Künstlern die Möglichkeit gibt, Videoideen zu realisieren. Ebenso wird die Videogalerie auf der Documenta in Kassel vertreten sein. – Schum verkauft Video-Tapes zu Preisen zwischen 550 (Rinke) und 1800 Mark (Buren), die Auflage ist unlimitiert. Video-Tapes in limitierter Auflage kosten zwischen 3000 (Ruthenbeck) und 9800 Mark (Beuys). Die Bänder sind mit den signierten Zertifikaten der Künstler ausgestattet. Interessierte Sammler müssen allerdings zuerst etwa 3500 Mark für die Videorecorder-Anlage ausgeben. Die Geräte gibt es seit vier Jahren auf dem deutschen Markt.

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Bibliotheken und öffentliche Bücherhallen gibt es in jeder Kleinstadt – Kunstblätterverleihstellen oder Bildleihstellen sind noch rar gesät. In Berlin hat die „Artothek“ inzwischen großen Erfolg zu verbuchen. Der Neue Berliner Kunstverein hat dort für Kunstinteressenten eine Sammlung aufgebaut, in der die meisten Kunstrichtungen der Gegenwart vertreten sind. Die Bilder können gratis ausgeliehen werden und müssen nach sechs Monaten zurückgegeben werden. Auch die „Graphothek“ in Berlin-Tegel bewährt sich seit zwei Jahren. In München vermietet die Bildleihstelle des Kunstvereins Bilder gegen monatliche Raten, die ein Zwölftel des Kaufpreises betragen. Damit kann das Bild erworben werden oder zurückgegeben und gegen ein anderes eingetauscht werden. Seit kurzem hat auch die Stadt Neheim-Hüsten in Nordrhein-Westfalen ihre „Graphothek“, ihren kommunalen Kunstblätterverleih. Für eine Mark im Monat kann man dort Blätter ausleihen und sie möglicherweise später auch erwerben. Für Hamburg plant die Galeristin Elke Dröscher ein „rentart“-System auf privater Basis, das einen repräsentativen Querschnitt der Graphikströmungen der letzten 20 Jahre bieten soll.

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Die Konzeptkünstler Christo, HA Schult und die Haus-Rucker Co, bekannt durch Umweltaktivitäten, werden, nun auch in Marokko aktiv: An der Atlantikküste Marokkos wird eine Atlantikküste von einem Architektenteam geplant, unterstützt von Soziologen, Kybernetikern, Psychologen und auch von Künstlern. Christo wird die Marokkanische Luft verpacken, HA Schult eine biokinetische Plantage pflanzen, die Haus-Rucker werden eine künstliche Oase aufbauen.

Der Beuys-Boom hält an – Beuys-Fans können sich jetzt über das frühe zeichnerische Werk des Künstlers in einem hervorragend gedruckten Band – die Zeichnungen sind im Lichtdruckverfahren reproduziert – informieren. Der Band enthält einen Text von Beuys in Form eines Dialoges zwischen dem Kunsthistoriker Hagen Lieberknecht und Josef Beuys. Die graphische Gestaltung übernahm Erwin Heerich. Das Buch erscheint in einer einmaligen Auflage von 2000 Exemplaren im Schirmer-Verlag, Köln, und kostet 80 Mark. – Die Beuys-Aktion der „1 a gebratene Fischgräte“ ist der Titel eines Objekt-Buches der Edition Hundertmark. Inhalt: Ein Dialog zwischen Beuys und Daniel Spoerri über die Gräten-Aktion und 60 Abbildungen.

Auflage: 700 Ex. Preis: 22 Mark