Einen Mini-Jet und einen Hubschrauber brachte der staatliche sowjetische Flugzeugexporteur „V/O Aviaexport“ vor zwei Jahren zur Deutschen Luftfahrtschau nach Hannover. Für die nächste Ausstellung, die am 21. April von Staatssekretär Detlev Rohwedder eröffnet wird, haben die Sowjets mehr versprochen. Bei den alliierten Behörden wurde die Einfluggenehmigung für vier Jets, eine Turboprop-Passagiermaschine vom Typ „AN 26“ und für die Hubschrauber „KA 26“ und „Mi 8“ beantragt.

Star der Schau in Hannover soll das Überschall-Passagierflugzeug des Konstrukteurs Tupolew sein: Die „TU-144“ wird während der gesamten Ausstellung in Hannover bleiben, während das britisch-französische Konkurrenzmodell „Concorde“ nur ein kurzes Gastspiel gibt. Sie landet am 22. April in der niedersächsischen Hauptstadt, um tags darauf wieder zu Testflügen nach Frankreich zurückzukehren.

Drei weitere Modelle aus Moskau, die TU 154, die Iljuschin 62 und die Yak-40, sind in Deutschland keine Unbekannten mehr. Die 11-62 verkehrt regelmäßig im Linienverkehr zwischen Frankfurt und Moskau, die TU-154 wurde im vergangenen Jahr auf einer Deutschlandtournee vorgestellt.. Und die Yak-40 war schon 1970 Gast in Hannover.

Freilich dient der Aufmarsch der Russen nicht allein der „Show“. Sie wollen Jets in den Westen verkaufen. Dabei ist die Yak-40 vorläufig der einzige sowjetische Flugzeugtyp, der von westlichen Gesellschaften gekauft wurde.

Allein aus Deutschland wurden neun Maschinen dieses Typs geordert. Der größte Besteller ist die Hamburger Flugzeuggesellschaft „General Air“. Sie will noch in diesem Sommer die Yak-40 im Linienverkehr in Deutschland einsetzen. Zwei von fünf bestellten General-Air-Maschinen dienen in Kirowograd zur Pilotenschulung.

Jeweils zwei weitere Maschinen dieses Typs haben die Kasseler Steuerspar-KG „Nora Air Services“ und die Münchner „Travel Professional Tours“ (TPT) bestellt.

Als dieser Jet vor zwei Jahren zum erstenmal in Deutschland gezeigt wurde, betrug der Preis für den 27sitzigen Jet, der mit drei Düsen am Heck ausgerüstet ist, 3,8 Millionen Mark Der Preis hat sich seither nicht verändert.