Der Bummelstreik der britischen Eisenbahnen – „Dienst nach Vorschrift“ – ist vorerst beendet. Die drei Eisenbahner-Gewerkschaften beugten sich am Freitag dem Beschluß des Obersten Arbeitsgerichts, während einer zweiwöchigen „Abkühlungspause“ zu normalem Arbeitstempo zurückzukehren. Nachdem sich am Montag voriger Woche das gesamte Personal den schon „bummelnden“ Lokführern angeschlossen hatte, war es auf den Straßen zu chaotischen Verhältnissen gekommen, weil nur rund ein Fünftel der Züge verkehrte und die Pendler auf das Auto umsteigen mußten.

Das Nachgeben der Gewerkschaften beendete den Boykott des Streikreformgesetzes und bedeutete zugleich einen Erfolg der Regierung Heath. Noch am Donnerstag hatte ein Gericht die Transportarbeiter-Gewerkschaft zu 450 000 Mark Geldstrafe verurteilt und die Beschlagnahme des Gewerkschaftsvermögens angedroht. Mit der hohen Strafe reagierten die Richter auf die Weigerung der Transportarbeiter, eine Geldstrafe wegen Mißachtung eines Urteils zu bezahlen.