München

Mit der bundesdeutschen Presse hadern sie ganz besonders. Weil sie so unverstanden sind. Aber dafür haben sie ja Kontakte zu den Außerirdischen, und das gibt ihnen viel. Beim Treffen der Münchner UFO-Studiengruppe schilderte die Vorsitzende, Ilse von Jacobi, in bewegten Worten ihre Begegnung mit Eugenio Siragusa, dem Mann aus Sizilien, der genau neunzehnmal überirdischen Lebewesen begegnete, die ihn, seine Familie und sein ganzes Leben beglückten. Dieser Zollbeamte mit den „klugen Augen, die viel geheimes Wissen austrahlen“, hat ein „von innen kommendes Lächeln“ und enge Verbindung zu UFOs.

Seine Erlebnisse, so wußte die Referentin, sind von Italiens Presse prompt und genauestens publiziert. In unserem Lande hingegen versagen die Zeitungen schmählich, was die Information derartig daseinsentscheidender Dinge betrifft, teils aus Arroganz, aber auch auf Grund einer geheimen Zensur. Nur selten und auch dann nur in diffamierenden Zeilen erfolgen Mitteilungen über die Außerirdischen. Das ist schlimm.

Dabei, und das versicherte die Vortragende wiederholt, sind es doch Menschen aus allen Schichten und Berufen, „sogar Professoren“, die Kontakt mit den Planetariern haben, mit jenen Gestalten, die UFOs entsteigen und an der Entwicklung „zurückgebliebener Welten auf eine höhere Stufe arbeiten“, die „unserem Wissen sehr überlegen sind, Armbänder auch an Fußgelenken tragen und große Schönheit besitzen“. Und die nicht nur Nixons Reise nach Peking und das Kennedy-Chruschtschow-Treffen zu Wien veranlaßten, sondern auch den Stromausfall in New York.

Ein skeptischer Reporter war von den Qualitäten der kosmischen Überintelligenzler überzeugt, als er die Siragusas in Sizilien befragte. Die Tochter empfing in Spiegelschrift – dieses allerdings nur bei strengster Konzentration – Botschaften vom anderen Stern, während der Schreiber dabeisaß. Und sogar diesem mißtrauischen Mann konnte geholfen werden: Als er fragen ließ, wie es ihm gesundheitlich besser gehen könne, riet ihm der kluge Kontaktler in Spiegelschrift, nicht mehr im Stehen zu essen. Und das, obwohl der Zeitungsmensch verschwiegen hatte, daß er magenkrank ist. Na bitte.

„UFO“ – das sind „Unidentifizierte Fliegende Objekte“. So jedenfalls steht es über dem Kopf der „UFO-Nachrichten“, die von allen Mitgliedern der Studiengruppe gern gekauft und auch gelesen werden. Die UFO-Existenz, so weiß die Münchner Gruppe, wird geheimgehalten, da keine Luftwaffe der Erde imstande ist, sie zur Landung zu zwingen oder auch nur das Überfliegen nationalen Luftraums selbst in Sperrbezirken zu verhindern. UFOs sind freundlich, warnen vor Atomwaffen und -kriegen und empfehlen die Gründung eines Weltstaates.

Trotzdem, so behauptet Frau von Jacobi, gibt es bei der US-Luftwaffe Bestimmungen, wonach es Armeeangehörigen bei Strafen bis zu 10 000 Dollar und zwei Jahren Gefängnis verboten ist, Berichte über Begegnungen mit UFOs an nichtmilitärische Stellen weiterzugeben. Sie meint auch, daß die Universität in Colorado 1966 für eine halbe Million Dollar eine Studie in Auftrag gab, die von vornherein den Zweck hatte, UFOs abzuleugnen.