Seit Montag, dem 24. April, laufen die fünf Währungen der Europäischen Gemeinschaft dem Ziel einer Europäischen Währungsunion entgegen. Die imaginären Läufer dürfen dabei von der 4,5 Meter breiten Laufstrecke nur einen Streifen von 2,25 Metern benutzen. Übertritt einer von ihnen die Grenze dieses Streifens, dann pfeifen die Zentralbanken. Setzen wir Prozente an Stelle der Meter und Eingreifen für Pfeifen, dann ist beschrieben, was sich neuerdings auf den Devisenmärkten abspielt.

Drei Dinge sind neu. Erstens: Der Dollar ist nicht mehr die einzige Eingreifwährung. Zweitens: Die Kursentwicklung des Dollar auf dem deutschen Devisenmarkt wird nicht mehr von der deutschen Zahlungsbilanz allein bestimmt, sondern auch von der Zahlungsbilanzlage der Gemeinschaft. Drittens: Deshalb darf sich die eingreifende Zentralbank nicht mehr von nationalen Interessen allein leiten lassen; sie muß auch die Interessen der Gemeinschaft im Auge haben.

Mehr Gutes ist über die Verengung der Bandbreiten im Augenblick noch nicht zu sagen. Sie ist nicht geeignet, die Unterschiede in den Stabilitäts- und Wachstumszielen der einzelnen Partnerländer auszugleichen oder Auf- und Abwertung zu verhindern. Sie ist allenfalls ein technisches Hilfsmittel, das einmal nützlich sein wird, wenn die Politiker ihre Wirtschaftspolitik später einmal an Gemeinschaftszielen orientieren. Bis dahin gilt leider, daß der zweite Schritt vor dem ersten getan wurde. B. H.