Martin Page: Managen wie die Wilden. Ein klug-vergnüglicher Vergleich zwischen den Stammesriten der Primitiven und dem Führungsstil in unserer Wirtschaft. Econ Verlag, Düsseldorf, und Paul Zsolnay Verlag, Wien. 347 Seiten, 24 DM.

In den vergangenen Jahren sind zahllose Bücher erschienen, in denen die Zugehörigkeit zum Stand der Manager, als höchstes Karriere-Glück gepriesen wurde. Hunderte von Autoren haben mehr oder weniger kluge Ratschläge erteilt, wie man diesen seligmachenden Stand erreicht und – noch wichtiger– wie man sich darin hält.

Nun scheint sich, vor allem in England und Amerika, ein gewisses Unbehagen über die Management-Methoden breitzumachen. Diesen Schluß legen jedenfalls zahlreiche Bücher nahe, die in diesem Jahr auf dem deutschen Buchmarkt erscheinen. Durch despektierliche Vergleiche mit den Verhaltensformen der Tiere oder der Primitiven versuchen ihre Autoren, das Managen als eine keineswegs todernste, nur von Eingeweihten auszuübende Tätigkeit hinzustellen.

Martin Page hat seine Vergleiche bei den primitiven Völkern gesucht und gefunden. Er hat dabei das Prädikat „primitiv“ recht großzügig verteilt. Aber darauf kommt es auch nicht an – denn man täte dem Buch und seinem Autor keinen Gefallen, wenn man sie ernst nähme. Das Buch ist genau das, was sein Untertitel verspricht: eine amüsante Lektüre.

Wem das nicht genügt, der kann aus dem Werk auch eine nützliche Erkenntnis ziehen – nämlich die, daß unser rationales Zeitalter bei weitem nicht so rational ist, wie uns die Verfasser von Karriere-Fibeln zuweilen glauben lassen möchten. h. d.