Der ohnehin lose Zusammenhalt der OCAM-Staaten (Organisation commune africaine, malgache et mauricienne) steht vollends auf dem Spiel. Am Vorabend der Ministerkonferenz, die am Montag in Togos Hauptstadt Lomé begann, zog sich Zaire (das ehemalige Kongo) aus der 1965 gegründeten mittelafrikanischen Gemeinschaft zurück. Die Regierung in Kinshasa begründete ihren Schritt mit der Notwendigkeit, Freundschaft zu allen Nachbarländern zu pflegen.

Die wenig überzeugende Begründung deutet auf die beiden Hauptschwierigkeiten der Organisation: einmal das Verhältnis zu der Kolonialmacht Portugal und zu Südafrika, sodann die nationalen Eifersüchteleien. Zaire hatte sich in den letzten Monaten dagegen verwahrt, daß seine besonders gegen die katholische Kirche gerichtete Politik der „nationalen Verwirklichung“ in den OCAM-Staaten kritisiert wurde.