Millionen Bundesbürger hängen am Reck – Wem hilft die Trimm – dich – Aktion?

Von Jürgen Dieckert

Professor Dr. phil. Jürgen Dieckert ist Lehrstuhlinhaber für Leibeserziehung an der Pädagogischen Hochschule Oldenburg und Präsidialmitglied im Deutschen Sportbund.

Trimm dich durch Sex" – ein Filmtitel; "Trimm dich durch Kirchgang" – eine Überschritt in einem Gemeindeblatt; "Die vertrimmte Nation" – ein Buchtitel! Der Bekanntheitsgrad des Wortes "Trimm" ist groß. Die Trimm-Aktion des Deutschen Sportbundes (DSB) ist längst nicht, mehr nur eine Werbekampagne für Spiel und Sport für jedermann, sie ist zum Diebesgut für Geschäftemacher und zum Wortschatz der Öffentlichkeit geworden.

26 Monate alt ist Trimmy, die Symbolfigur mit dem optimistisch hochgereckten Daumen und dem Fröhlichkeit signalisierenden V-Mund, und doch kennen ihn bereits mehr als 88 Prozent der bundesrepublikanischen Bevölkerung über 16 Jahre (Emnid November 1971). Mehr als vier Jahre brauchte das Waschmittel Fakt, um von 89 Prozent Mädchen und Frauen über 16 Jahre gekannt zu sein; 87 Prozent wissen, daß in diesem Jahre in München die Olympischen Spiele stattfinden.

Wie konnte dieser hohe Bekanntheitsgrad in so kurzer Zeit erreicht werden? Wieviel Geld wurde für diese Werbung ausgegeben? Sind Steuergelder verplempert worden, die sinnvoller hätten verwandt werden sollen?

Kickender Barzel