Von Wolfgang Müller-Haeseler
Noch im vergangenen Jahr sagte Professor Dr. Kurt Herberts seiner Firma, der Wuppertaler Lackfabrik Dr. Kurt Herberts & Co., eine gesicherte Zukunft voraus: "Unsere langfristige Unternehmenspolitik geht von der Eigenständigkeit unserer Gruppe aus, so wie sie heute besteht."
Ein Jahr später, am Mittwoch letzter Woche, gab der Alleinbesitzer des 1927 gegründeten und zur Zeit größten konzernfreien Unternehmens der deutschen Lackbranche (Jahresumsatz 1971: 306 Millionen Mark) bekannt, daß er sein Werk teilweise in andere Hände geben wolle. Noch bevor das Steuerumwandlungsgesetz Ende dieses Jahres außer Kraft tritt, will der 71jährige Industrielle die renommierte Firma in eine GmbH umwandeln und anschließend die Farbwerke Hoechst als Partner aufnehmen. Vor seiner Ankündigung hatte Herberts der Presse gegenüber eingestehen müssen, daß im Geschäftsjahr 1971 "die Voraussetzungen für einen auch nur annähernd ausreichenden Gewinn abermals nicht gegeben waren".