• Naher Osten

Der Chefredakteur der halbamtlichen Kairoer Zeitung Al Ahram hat in einem Artikel die gegenwärtige unentschiedene Lage zwischen Ägypten und Israel als eine Gefahr für Kairo bezeichnet: Wenn im Nahostkonflikt nicht bald eine Lösung gefunden werde, sei die Glaubwürdigkeit Kairos, seine führende Rolle in der arabischen Welt und sein politisches System gefährdet. Da Heikal in letzter Zeit wiederholt betont hatte, daß ein Krieg zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Lösung verspreche, interpretieren Beobachter den jüngsten Artikel als Aufruf zu Verhandlungen mit Israel. Der israelische Außenminister Eban vertrat in Dänemark die Ansicht, weder die USA noch die UdSSR seien gegenwärtig an einem Krieg im Nahen Osten interessiert.

Noch in dieser Woche soll in Israel der Prozeß gegen den einzigen überlebenden japanischen Attentäter des Massakers von Lod beginnen. Der Japaner soll vor ein Militärgericht gestellt werden und muß mit der Todesstrafe rechnen.

  • Irland

In Irland kommen die Fronten in Bewegung, nachdem der britische Nordirlandminister Whitelaw seinen Plan für die Lösung des Irlandproblems vorgelegt hat: Kommunalwahlen im Herbst unter dem Verhältniswahlrecht, ein Plebiszit über die Zugehörigkeit Nordirlands zum Vereinigten Königreich und eine „Konferenz des Volkes von Nordirland“. Die „Provisorische IRA“, die gegenwärtig allein noch mit Mitteln des Terrorismus kämpft, bot Whitelaw einen siebentägigen Waffenstillstand an, falls er sich bereit erkläre, binnen 48 Stunden mit ihren Führern zu verhandeln. Whitelaw lehnte ab. In der Führung der „Provos“ ist es offenkundig zu Meinungsverschiedenheiten über den weiteren Kurs gekommen. Die protestantische Privatarmee „Ulster Defence Association“ hat ihr Ultimatum für den Abbau der Barrikaden in den katholischen Stadtvierteln von Londonderry um zwei Wochen verlängert.

  • Zypern

Präsident Makarios hat sich dem wachsenden Druck aus Athen gebeugt und sein Kabinett umgebildet. Außerdem hat er die Waffen im Wert von etwa zehn Millionen Mark, die er vor einigen Wochen vor allem von der Sowjetunion gekauft hatte, auf Drängen Athens unter die Kontrolle der UN-Truppen auf der Insel gegeben. Das Verhältnis zwischen Makarios und der neuformierten Untergrundarmee des General Grivas ist immer noch ungeklärt.