An der Industrie- und Handelskammer Nürnberg haben zum erstenmal 22 Kandidaten die Prüfung als Industriemeister der Fachrichtung „Papier- und Pappeverarbeitung“ abgelegt. Die Forderung nach diesem neuen Beruf kam von der Industrie, die damit Fachkräfte für mittlere Führungspositionen in Entwicklung und Produktion gewinnen will.

Die Möglichkeiten derberuflichen Fortbildung werden vor allem von den Männern genutzt, die bereits eine gehobene Ausbildung hinter sich haben. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Erlangen fand bei einer Umfrage heraus, daß sich zwischen 1965 und 1970 etwa 19 Prozent aller männlichen Erwerbspersonen beruflich fortbildeten. Bei den ungelernten und angelernten Arbeitnehmern lag dieser Anteil aber nur bei 5,9 Prozent, bei Volksschülern ohne Berufsabschluß bei 6,7 Prozent. Von den Angestellten mit einfacher Tätigkeit beteiligten sich bereits 26,1 Prozent an Fortbildungsmaßnahmen, bei gehobener Stellung waren es 36,5 Prozent. Am bildungshungrigsten sind Beamte im gehobenen und höheren Dienst: Von ihnen entschlossen sich 43,6 Prozent zur beruflichen Fortbildung.

Die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) bietet deutschen Unternehmen die Möglichkeit, Nachwuchsleute zur gezielten Fortbildung in britische Betriebe zu vermitteln. Das Praktikum soll sechs bis zwölf Monate dauern und steht für alle kaufmännischen und gewerblichen Tätigkeiten offen. Unternehmen, die einen Praktikanten nach England schicken wollen, können bei der ZAV (Frankfurt 1, Feuerbachstraße 42) auch spezielle Wünsche für die Wahl des Gast-Unternehmens anmelden.