Kenner der Tabakbranche waren nur wenig überrascht, als sie dieser Tage im Bundesanzeiger die Nachricht lasen, daß „Rothmans-Ritter Partnership Industry Ltd. SA“ nunmehr über mehr als die Hälfte vom Aktienkapital (150 Millionen Mark) der Brinkmann AG, Bremen, verfüge.

Hinter dem Namen Rothman verbirgt sich Anton E. Rupert, Chef des internationalen Tabakkonzerns „Rembrandt“, und Ritter steht für den Aufsichtsratsvorsitzenden der Brinkmann AG, Wolfgang Ritter. Rupert war bislang an Brinkmann über die „Rupert Tabacco“ zu mehr als 25 Prozent beteiligt, während über 50 Prozent des Kapitals von der Familie Ritter gehalten wurden. Mit der Übernahme der Mehrheit durch die Luxemburger Gesellschaft, deren Kapitalverhältnisse nicht bekannt sind, soll nun Rupert seinen Einfluß verstärkt haben.

Brinkmann und die Rembrandt-Gruppe hatten bereits in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet. So ist Rembrandt an der belgischen „Tabacofina“ beteiligt, deren Kapital mehrheitlich Brinkmann gehört. Auf Teneriffa hielten beide Unternehmen Anteile an der „Itacasa“ und in Südamerika an der „Brinkmann do Brazil“.

Mit der Transaktion haben sich Vermutungen verschärft, wonach Brinkmann langfristig von Rupert übernommen werden soll. Damit gäbe es in der Bundesrepublik mit der Reemtsma/Roth-Händle-Gruppe nur noch einen nationalen Zigarettenfabrikanten von Bedeutung (Marktanteil 1971: 47 Prozent).

Brinkmann konnte in den letzten zehn Jahren seinen Marktanteil von 12,2 auf 21,1 Prozent ausbauen. „Lord Extra“ aus dem Hause Brinkmann ist die erfolgreichste Zigarette der letzten Jahre. Sie ist zur Zeit nach HB (British American Tobacco, BAT) Deutschlands meistgekaufte Zigarette. Mit Lux Filter, an fünfter Stelle, ist Brinkmann zweimal in der Liste der zehn erfolgreichsten Zigarettenmarken vertreten.

Wie lange der Name Brinkmann unter der Regie Ruperts bestehenbleiben kann, ist den Eingeweihten noch ein Rätsel. Schon zu Beginn dieses Jahres ließ „Carreras Ltd.“ eine der englischen Zigarettenfirmen der Rupert-Gruppe (Marken: Dunhill, Guards, Piccadilly und Rothmans) die Vorteile einer Fusion mit der Brinkmann untersuchen. kde