Die Schlacht der Superlative ist geschlagen. Londons Hotelkönig Maxwell Joseph (Grand Metropolitan Hotels) hat die Brauerei Watney-Mann erobert. Damit zugleich auch 5000 Pubs und Restaurants, 49 Prozent des Aktienkapitals der Kopenhagener Carlsberg-Brauerei, Hennessy-Cognac, Smirnoff-Wodka und J&B-Whisky. Joseph hat sich mit seinem letzten Coup innerhalb drei Jahren von Platz 251 in der Rangliste der größten Unternehmen Großbritanniens in die Gruppe der zehn Riesen vorgearbeitet: Der gemeinsame Jahresumsatz von Grand Metropolitan Hotels (GMH) und Watney-Mann liegt über 600 Millionen Pfund, rund 4,8 Milliarden Mark.

Insgesamt hat die Schlacht um die Aktien von Watney 115 Tage gedauert. Zweimal mußte Joseph sein Übernahmeangebot an die Aktionäre aufstocken. Über 400 Millionen Pfund (in Aktien) kostete das Manöver. Einige hunderttausend Pfund bezahlte GMH für Zeitungsannoncen, um die Watney-Mann-Aktionäre für den Aktientausch zu gewinnen. Michael Webster, Chairman von Watney, reagierte mit Anzeigen, um seine Aktionäre bei der Stange zu halten. Joseph, der 61jährige frühere Liegenschaftshändler, spielte zuletzt noch eine neue Karte: Alle 48 000 Watney-Teilhaber begrüßte er mit einem persönlichen Telegramm – Kosten: rund eine Million Mark.

Mit Maxwell Joseph hat auch der deutschstämmige Bankier Sigmund Warburg gewonnen, dessen Merchant-Bank Joseph beraten hat. Nach dem Erfolg im berühmten Aluminiumkrieg, als die Amerikaner Reynolds und Tube Investments gegen die Opposition ganz Großbritanniens British Aluminium übernahmen, ist dies der größte Triumph des Londoner Privatbankiers.

Ärger mit Watney kann es allerdings noch geben: Joseph besitzt erst 50,06 Prozent der Watney-Aktien. fcw