Immer mehr Banken und Sparkassen verlangen Gebühren für die Lohn- und Gehaltskonten. Der Bundesverband deutscher Banken hat mit einer Berechnung der Kosten für die Kontenführung den Banken Argumente für die Forderung nach Kontenführungsgebühren geliefert.

  • Als vor zehn Jahren die Lohn- und Gehaltskonten eingeführt wurden, verursachte die Kontoführung doch sicher höhere Kosten, denn inzwischen hat der Computer die Kontoführer weitgehend trsetzt. Warum verlangen Banken und Sparkassen erst jetzt Gebühren für die Lohn- und Gehaltskonten?

Cammann: Die Führung von Lohn- und Gehaltskonten verursachte vor einem Jahrzehnt sicher auch schon hohe und vielleicht höhere Kosten als heute. Die Zahl der Buchungsvorgänge ist aber inzwischen enorm gestiegen. Zudem sind die Kosten auch bei den Banken kräftig gestiegen. Allein die Personalkosten, die rund 75 Prozent des gesamten Verwaltungsaufwands ausmachen, erhöhten sich in den letzten Jahren um etwa 150 Prozent. Dem ist auch durch vermehrten Computereinsatz nicht ausreichend entgegenzuwirken. Das wachsende Zahlungsverkehrsvolumen und die Personalkostensteigerungen haben zu einer immer stärkeren Kostenunterdeckung geführt, so daß nur der Weg über Gebühren blieb.

Banken, Sparkassen und Arbeitgeber. haben gemeinsam dem Arbeitnehmer das Lohn- und Gehaltskonto beschert. Jetzt werden die Konteninhaber zur Kasse gebeten. Wäre es nicht gerecht, die neue Gebühr dem Arbeitgeber zu belasten?

Cammann: Dies ist wohl kaum möglich. Die Überweisung des Lohnes oder Gehalts erfolgt durch die von allen Instituten gewährten Freiposten nach wie vor kostenlos. Der Arbeitgeber wird kaum die Kosten eines Kontos übernehmen wollen, das zum Instrument der privaten Lebensführung geworden ist.

  • Mit einer Anzahl gebührenfreier Buchungen soll dem Kontoinhaber die neue Regelung schmackhaft gemacht werden. Entstehen nicht neue Kosten dadurch, daß jetzt zwischen gebührenfreien und -pflichtigen Buchungen unterschieden werden muß?

Cammann: Keineswegs. Die Regelung für die gebührenfreien Buchungen geht davon aus, daß drei oder bei einigen Instituten noch mehr Buchungen pro Monat freibleiben. Die Berechnung der Gebühren erfolgt per Computer und verursacht keinen zusätzlichen Aufwand.