ZEIT: Sie waren vor der Kabinettssitzung, in der die Einführung von Devisenkontrollen beschlossen wurde, beim Bundeskanzler. Was haben sie ihm in Sachen Währungspolitik geraten?

Hankel: Ich habe von vordergründigen Alternativen abgeraten. Weder Dirigismus noch das europäische Floaten (Freigabe aller Wechselkurse gegenüber dem Dollar) wären ein Ausweg. Der Dirigismus ist nicht nur ein folgenschwerer Rückfall in die Devisenbewirtschaftung. Er bringt vor allem die Gefahr mit sich, daß der deutsche Kapitalmarkt, der von der Blutzufuhr aus,dem Ausland lebt, austrocknet. Die Leidtragenden wären der deutsche Wertpapiersparer und der Staat, der es noch schwerer hätte, einen Teil seiner Investitionen durch Staatsverschuldung zu finanzieren.

ZEIT: Und warum sind Sie gegen das Floaten?

Hankel: Das Floaten stellt einen klaren Bruch der Abmachungen des Zehnerklubs vom Dezember 1971, des sogenannten Smithsonian Agreements, und der jüngsten Beschlüsse des EWG-Ministerrats über die europäische Währungsunion dar. Meiner Meinung nach besteht die Geschäftsgrundlage des Smithsonian Agreements fort, sie ist auch tragfähig. Allerdings müßte es in einem wichtigen Punkt weitergeführt werden.

ZEIT: Sie haben also weder den Vorschlag Klasens noch den Schillers für Auswege aus der gegenwärtigen Situation gehalten?

Hankel: Ja, der Vorschlag Klasens ist nicht praktikabel. Die Idee von Professor Schiller kann nach dem Smithsonian Agreement und den Float-Erfahrungen, die wir gemacht haben, nicht mehr mit der alten Unbefangenheit betrachtet werden. Die Währungsgeschichte ist über das Floaten hinweggegangen.

ZEIT: Und wie sieht ihr Vorschlag aus?