Mit 282 Stimmen wählte die regierende Liberaldemokratische Partei Japans (LDP) Mitte voriger Woche im zweiten Wahlgang den 54jährigen Handels- und Industrieminister Kakuei Tanaka zu ihrem neuen Vorsitzenden. Außenminister Fukuda, Favorit des nach sieben Jahren und acht Monaten zurückgetretenen Ministerpräsidenten Eisaku Sato, kam nur auf 190 Stimmen. Einen Tag später bestätigten beide Häuser des Reichstags, in denen die LDP die Mehrheit besitzt, Tanaka als Regierungschef.

Der „Baulöwe mit dem Computergehirn“, ein Selfmade-Millionär und Japans erster (und jüngster) Ministerpräsident ohne akademische Ausbildung, vertritt im Gegensatz zu Sato und Fukuda eine Politik der vorsichtigen Annäherung an die Volksrepublik China. Dieselbe Linie verfolgen seine beiden Mitbewerber um den Parteivorsitz, mit denen er ein Wahlbündnis geschlossen hatte und die er mit Spitzenpositionen belohnte: Masayoshi Ohira (Außenminister) und Takeo Miki (Tanakas Stellvertreter und Minister ohne Geschäftsbereich).

Peking hat, wie übrigens auch Washington, die Wahl begrüßt und Tanaka eine Einladung zukommen lassen.