Im Jahre 1961 überschritt das Volkswagen werk als erstes deutsches Unternehmen mit seinem Umsatz die Fünf-Milliarden-Grenze. Heute liegen weitere 21 Unternehmen darüber. Bei der Beurteilung der Zuwachsraten ist zu berücksichtigen, daß dahinter nicht allein echte Leistungen stehen. Die Kostensteigerungen blähen die Umsatzziffern von Jahr zu Jahr mehr auf. In der Bauindustrie sind fast 40 Prozent der Zuwachsraten allein auf Teuerungen zurückzuführen. Die Umsatzsteigerungen sagen nichts über die Ertragsentwicklung aus. Die Gewinne sinken trotz steigender Umsätze. Sieht man das Kriterium der möglich. Viele Unternehmer hüllen sich so lange in Schweigen, bis sie das Gesetz zur Publizität zwingt.

Unternehmensgröße ausschließlich in den erzielten Gewinnen, würde man einige der bekannten Firmennamen in unserer Tabelle vergeblich suchen. Die Ermittlung vergleichbarer Ertragsdaten ist jedoch trotz moderner Analyse kaum

Im nächsten Jahr wird unsere Tabelle mit Sicherheit ein anderes Gesicht bekommen. Das im Oktober in Kraft tretende Publizitätsgesetz schreibt allen deutschen Großunternehmen, die drei Jahre nacheinander einen Jahresumsatz von mehr als 250 Millionen Mark hatten, eine Bilanzsumme von mehr als 125 Millionen Mark aufwiesen oder mehr als 5000 Arbeitnehmer beschäftigten, die Veröffentlichung eines Geschäftsberichtes vor.

Schwierigkeiten bereitet insbesondere die Ermittlung von Unternehmensdaten bei den Holdings (Quandt-, Wehrhahn-, Oetker-Gruppe). Eine Addition aller wesentlichen Beteiligungen würde die Umsatzerlöse im Falle der Quandt-Gruppe bereits auf über sechs Milliarden Mark emporschnellen lassen und das Bild der 100 Größten verzerren. Die in unserer Tabelle enthaltenen Umsatzzahlen enthalten deshalb in der Regel alle Umsätze der Firmen, an denen das genannte Unternehmen mit 50 Prozent und mehr beteiligt ist (jedoch um die Mehrwertsteuer bereinigt).

Wer die Tabelle mit denen der vergangenen Jahre vergleicht, bemerkt deutlich den Wandel in unserer Industrie. Die ehemaligen Tabellenführer (Krupp stand 1958 mit einem Umsatz von 3,3 Milliarden an erster Stelle) – fast ausschließlich Großunternehmen der Schwer- und Montanindustrie (Mannesmann, Rheinstahl, Gelsenberg) wurden von den expansiven Unternehmen der Automobilbranche, der Elektro- und der Chemieindustrie sowie der Energieversorgung verdrängt. jfr.