Diesseits und jenseits der geschlossenen Ladentür stehen sich jetzt zwei kampfbereite Aktionskomitees gegenüber. Nachdem Interessenten bereits vor Wochen ein Komitee gründeten, das sich für die Lockerung des Ladenschlußgesetzes einsetzt, rüsten auch seine Verteidiger zum Gegenangriff: Die Deutsche Angestelltengewerkschaft (DAG) stellte ebenfalls ein Aktionskomitee auf die Beine. Falls weiter an dem Gesetz herumgenörgelt wird, wollen die gewerkschaftlichen Widerstandskämpfer mit Streiks und Protestmärschen antworten.

Einfacher, billiger und auch überzeugender wäre es allerdings, wenn die DAG den Ladenschlußgegnern mit Argumenten statt mit Protestmärschen antworten würde. Daß die DAG lieber auf die Straße geht, könnte bei kritischen Beobachtern nämlich leicht das fatale Gefühl wachwerden lassen, daß die Gewerkschaft sonst nichts zu bieten hat.

Angesichts des Glaubenskrieges, der um das Ladenschlußgesetz entbrannt ist, erscheint jede Hoffnung vergeblich, daß sich die Kontrahenten zusammensetzen, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, die Verkäufern und Verbrauchern gleichermaßen gerecht wird. Stattdessen artet die Auseinandersetzung immer mehr zu einer Farce aus. mj